Polizei klärt über die richtige Sicherung der Vierbeiner auf

Sichere Fahrt für Hund und Herrchen: Polizei Göttingen klärt über die richtige Sicherung der Vierbeiner auf

Der Münsterländer Hund Kurt sitzt auf dem Beifahrersitz eines Autos und schaut heraus
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So nicht Kurt! Der Beifahrersitz mag bequem sein, auch die Aussicht ist super. Aber während der Fahrt muss der Hund gut gesichert sein. Münsterländer Kurt zeigt auf dem Bild, wie es nicht geht.

Hunde sind die besten Freunde des Menschen. Und viele transportieren sie im Auto. Was gilt es zu beachten? Wir haben mit der Polizei in Göttingen darüber gesprochen.

Altkreis Münden - Münsterländer Kurt spielte für den Artikel Hunde-Model. Wie bringt man den Hund am sichersten im Auto von A nach B? Diese Frage stellen sich viele Hundebesitzer. Tipps dazu gibt Polizeihauptkommissar Jörg Arnecke, Verkehrssicherheitsberater beim Präventionsteam der Polizeiinspektion Göttingen.

Hund im PKW: Fahrer kann abgelenkt werden

Zuerst einmal klärt der Polizist über die Gefahren auf. „Bei einem Hund, der sich im Pkw frei bewegen kann, besteht die große Gefahr, dass dieser den Fahrer während der Fahrt ablenken und hierdurch die Verkehrssicherheit erheblich beeinträchtigen kann - ungeachtet der Tatsache, dass das Tier schwerste Verletzungen bei bestimmten Fahrmanövern erleiden kann“, so der Experte. Eine repräsentative Umfrage habe ergeben, dass etwa 20 Prozent der Fahrer ihre Hunde nicht richtig sichern.

Sieht süß aus, aber leider nicht sicher. Der Rücksitz ist ohne entsprechenden Anschnallgurt für Hunde, hier im Bild Kurt, kein geeigneter Platz während der Fahrt.

Zudem warnt Arnecke: „Bereits bei einer Vollbremsung bei 50 km/h kann ein ungesicherter Hund mit einem Vielfachen seines Gewichtes durch das Auto geschleudert werden.“ Bei einem Tier von 40 Kilogramm seien es schnell Kräfte von bis zu 2000 Kilo, die dann wirken. „Dies entspricht dem Gewicht eines Nashorns“.

Transportboxen für den Hundetransport im Auto

Daher gilt auch für den besten Freund des Menschen: Immer ordnungsgemäß sichern. Dazu eignen sich Transportboxen, die speziell für Hunde angeboten werden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass die DIN-Prüfnorm eingehalten wird. Diese Boxen müssen dann gegen Verrutschen gesichert werden.

„Ferner sind auch Gurtsysteme zur Sicherung geeignet, welche das Isofix-Kindersitzsystem als Verankerung nutzen. Netze oder Gitter, die den Fahrzeuginnenraum zum Kofferraum abtrennen, sollten zum Wohl des Hundes nur als eine begleitende Absicherung genutzt werden“, berichtet Arnecke. Im Vorfeld sollte der Vierbeiner an die Sicherung langsam gewöhnt werden.

Besser so: Kurt ist in einer Transportbox im Koffererraum sicher untergebracht. Diese muss die DIN-Norm erfüllen.

Der Beifahrersitz ist nicht geeignet für den Hundetransport

Von einem Platz mit Kuscheldecke auf dem Rücksitz oder gar dem Beifahrersitz sollte der Halter zum Wohle aller Abstand nehmen. Auf gar keinen Fall gehörten sie „hinters Lenkrad“, sagt der Polizist und lacht. Wer gegen diese Regeln verstößt, handelt sich ein Verwarngeld ein. Fahrzeugführer, die in ihrem Pkw einen ungesicherten oder unzureichend gesicherten Hund transportieren, haben mit einer Buße in der Höhe von 35 Euro zu rechnen.

Werden andere Verkehrsteilnehmer durch die mangelhafte Ladungssicherung gefährdet, ist ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro und ein Punkt im Flensburger Fahreignungsregister vorgesehen.

Missachtung: Strafen drohen

Sollte durch die mangelhafte Ladungssicherung ein Verkehrsunfall verursacht worden sein, so ist ein Bußgeld von 75 Euro sowie ein Punkt obligatorisch. Zum Glück sei es 2020 im Bereich der Polizeiinspektion Göttingen zu keinem Verkehrsunfall gekommen, bei dem ein ungesicherter Hund eine Rolle gespielt hätte.

Ein weiterer, oft vergessener Faktor, auf den Arnecke hinweist, ist: „Wenn ein Unfall passiert, kann ein Hund, der nicht richtig gesichert ist zum Problem werden. Abgesehen von der Verletzungsgefahr kann ein ungesicherter Hund nach einem Unfall zur Gefahr für die Rettungskräfte werden und so die Bergung verzögern.“ Allgemeine kann auch die Versicherung bei ungenügender Ladungssicherung – Tier oder auch Gegenstand – eine Auszahlung verweigern. (Jens Döll)

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