Sie lieben die Arbeit mit der Motorsäge

Den Abschluss in der Tasche: Zwei junge Forstwirte aus Südniedersachsen im Porträt

Mario Bolse (19) und André Brähmer (26) lehnen an einem großen Lindenbaum in Lippertshausen von 1896.
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Haben ihren Abschluss in der Tasche: Mario Bolse (19) und André Brähmer (26) haben kürzlich ihre Ausbildung abgeschlossen und treten am 10. August ihre neuen Stellen als Forstwirte an.

Am liebsten arbeiten Mario Bolse und André Brähmer mit der Motorsäge: Die beiden Männer haben diesen Sommer ihre Ausbildung zum Forstwirt bei den Niedersächsischen Landesforsten beendet und starten am Montag in ihren neuen Job. Wir stellen sie vor.

Hann. Münden – Wenn sie über ihre Arbeit sprechen, merkt man den beiden Männern ihre Begeisterung an: Mario Bolse (19) aus Dankelshausen und André Brähmer (26) aus Glashütte haben vor Kurzem ihre Gesellenprüfung zum Forstwirt abgelegt. Beide lieben die Arbeit im Wald, doch die Wege zu ihrem Traumjob könnten kaum unterschiedlicher sein.

Mario Bolse war es schon als Kind klar, dass er später im Wald arbeiten will: „Ich war schon früh viel im Wald und habe Brennholz gemacht“, erzählt er. Er sei kein Feinmotoriker, scherzt der 19-Jährige. Dabei zieht er die Neon orangene Kappe tief ins Gesicht, damit die Sonne ihn nicht blendet.

Forstwirt mit Passion für den Wald

Nach seinem erweiterten Realschulabschluss hatte Bolse keine Lust auf einen Job, bei dem er nur am Schreibtisch sitzt: „Ich wollte was bewegen, schnell Ergebnisse sehen. Genau das kann ich als Forstwirt.“ Seine neue Stelle beim Forstamt Dassel tritt er am 10. August an.

Mario Bolse bei der Arbeit mit der Motorsäge.

Seine Passion ist der Wald – deshalb ist es wenig verwunderlich, dass der 19-Jährige seine Freizeit ebenfalls im Grünen verbringt. Er ist Hobbyjäger und betreibt zudem eine Hobby-Schafzucht mit seinem Vater. Das nehme viel seiner Freizeit ein. „Ich treffe mich aber auch gerne mal mit Freunden“, erzählt der Dankelshäuser.

Die Arbeit mit der Motorsäge macht mir am meisten Spaß.

Mario Bolse

Auf die Frage, was er an seinem Job am meisten mag, kommt die Antwort wie aus der Pistole geschossen: „Die Arbeit mit der Motorsäge.“ Azubi-Kollege André Brähmer stimmt nickend zu. Ernst ergänzt Bolse: „Das ist jedes Mal mit viel Adrenalin verbunden. Wir haben in diesen Momenten mehr Verantwortung als andere bei ihren Jobs.“ Da sei immer volle Konzentration nötig.

Respekt, aber keine Angst bei der Arbeit mit der Motorsäge

„Natürlich ist immer genügend Respekt dabei“, sagt André Brähmer. Leichtfertig dürfe man mit der Säge nicht hantieren, schließlich sei Forstwirt ein gefährlicher Job. „Wir tragen beispielsweise besondere Kleidung, um Verletzungen zu vermeiden“, sagt Brähmer und zeigt auf seine Schnittschutzhose. Er lacht: „Mit der wird’s im Sommer aber ziemlich heiß“. Angst habe der Mann aus Glashütte bei der Arbeit trotzdem keine, denn die führe zu Unsicherheit und Unfällen.

Von der Uni in den Wald

André Brähmer studierte nach dem Abitur zunächst Maschinenbau an der Uni Kassel. „Aber irgendwann wurde mir klar, dass ich meine berufliche Zukunft nicht im Büro sehe“, sagt er nachdenklich. Fünf Semester habe er studiert, bis er sich schlussendlich dazu entschied, eine Ausbildung als Forstwirt zu machen. Brähmer will ergänzend noch eine Fortbildung zum Forstmaschinenführer absolvieren: „Die großen Maschinen reizen mich. Mein Ziel ist es aber auch, irgendwann die Meisterprüfung abzulegen“, sagt er. Sein Vater habe einen eigenen Forstbetrieb, dort habe immer viel geholfen, erzählt er. Und so tritt Brähmer in die Fußstapfen seines Vaters: „Papa findet das gut“, freut er sich.Mario Bolse (19) aus Dankelshausen und André Brähmer (26) aus Glashütte.

Den väterlichen Betrieb irgendwann übernehmen, will er allerdings nicht – seine Stelle im Öffentlichen Dienst bei den Niedersächsischen Landesforsten sei sicherer als die Selbstständigkeit.

Besuche im Tierpark zum Ausgleich

Auch nach Feierabend ist Brähmer gerne in der Natur: „Ich bin viel an der Sababurg unterwegs. Ich gehe dort wandern und in den Tierpark.“ Wenn er nicht wandert, spielt der Mündener gerne Fußball. Es darf aber auch gerne mal ruhiger angehen: Am liebsten geht er dann Eisessen: „Im Eiscafé Renata gibt’s das beste Eis“, schwärmt er. Seine Lieblingseissorte? „Cookies“, sagt Brähmer und grinst.

Von Theresa Lippe/tli

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