Sie kommen aus Eritrea und Syrien

Sieben Flüchtlinge lernen in ihrer neuen Heimat Deutsch

Lesen, schreiben, sprechen: Sieben Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien und Pakistan lernen in der Außenstelle der Kreisvolkshochschule in Hann. Münden Deutsch. Foto:  Bülau

Hann. Münden. Es ist keine einfache Aufgabe für Gabriele Davidsmeyer. Bei ihr im Kurs sitzen sieben Flüchtlinge aus Eritrea, Syrien und Pakistan. Teilweise erst 17 Jahre alt, teilweise schon 64.

In zwei Wochen und insgesamt 40 Stunden Unterricht versucht Davidsmeyer den Migranten Deutsch beizubringen. Natürlich nicht alles, aber zumindest ein paar Grundzüge, um sich verständigen zu können und sich in der neuen Heimat besser zurechtzufinden.

Die Voraussetzungen sind dabei bei jedem Teilnehmer unterschiedlich. Manche sind schon einige Monate in Deutschland, andere erst ein paar Wochen. Für die Flüchtlinge ist der Kurs an der Kreisvolkshochschule (KVHS) Südniedersachsen in Hann. Münden kostenlos. Möglich ist das, weil dieser vom Landkreis Göttingen gefördert wird. Koordiniert wird er von der Koordinierungsstelle für Migration und Teilhabe beim Amt für Soziales.

Zu Fuß gekommen

„Die Flüchtlinge wurden vom Landkreis schriftlich eingeladen. Es sind sieben Teilnehmer gekommen, aber wir wissen nicht, ob alle das Schreiben erhalten und verstanden haben“, sagt Haide Faridani Geschäftsstellenleiterin der Außenstelle der KVHS in Hann. Münden. Die Busfahrt zum Deutschkurs wird bezahlt. „Trotzdem kommen alle zu Fuß, teilweise vier Kilometer aus Gimte. Manche haben vielleicht gar kein Geld, um die Fahrkarte auszulegen“, vermutet Faridani.

Im Unterricht selbst geht es für die sieben Flüchtlinge dann langsam los: Gabriele Davidsmeyer hat Zettel mit Leseübungen verteilt. Nacheinander werden die Artikel und die Aussprache von Wörtern geübt. Jeder bekommt Applaus und Komplimente von der Kursleiterin und den anderen Teilnehmern, wenn er sich durch die zehn Wörter gekämpft hat. Dann geht es weiter mit einfachen Rechenübungen, um die Artikulation von Zahlen zu üben. Davidsmeyer gibt immer wieder kleine Verbesserungen und mahnt dazu langsam und sorgfältig zu sprechen.

„Es wäre schön, wenn die Flüchtlinge im Herbst auch am Integrationskurs bei uns teilnehmen, der vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird“, sagt Faridani. Da gehe es natürlich hauptsächlich um Sprache, aber auch um die landeskundliche Orientierung.

Hauptziel Integration

Das Hauptziel, das über allem stehe, sei aber immer noch die Integration in die Gesellschaft. Und dazu gehöre auch, dass die Flüchtlinge fit für das Arbeitsleben sind.

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