Scheden

136 Bürgermeister sind eingeladen: Forum gegen Änderung der Raumordnung

Ingrid Rüngeling

Scheden. Die geplante Änderung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) des Landkreises Göttingen sorgt nicht nur Schedens Bürgermeisterin Ingrid Rüngeling für Verärgerung.

Daher hat sie nun die 136 Bürgermeister des Städte, Gemeinden und Dörfer des Landkreises zu einem Forum eingeladen, bei dem eine gemeinsame Resolution gegen die RROP-Änderung aufgesetzt und unterzeichnet werden soll.

„Dörfer eingeschränkt“ 

„Bereits mit den bestehenden Raumordnungsvorschriften werden alle Dörfer des ländlichen Raumes erheblich in ihren kommunalen Selbstverwaltungsrechten eingeschränkt“, sagt Ingrid Rüngeling. „Aufgrund der immer mehr zurückgedrängten Infrastruktur in unseren Dörfern leiden diese ohnehin schon am meisten unter der demographischen Entwicklung.“ Hier sei Gegensteuern und Förderung der Infrastruktur erforderlich, nicht weitere Einschränkung durch Raumordnungsprogramme.

„Durch die nunmehr vorgesehenen Vorschriften sollen die bereits bestehenden Benachteiligungen aber sogar nochmals verschärft werden“, ärgert sich Rüngeling.

Auch der Kreisverband Göttingen des Niedersächsischen Städte- und Gemeindebundes beklage die erheblichen Benachteiligungen und Einschränkung der kommunalen Selbstverwaltung. „Im Interesse unserer Dörfer und Gemeinden ist es aber absolut unerlässlich, dass wir auch ein politisches Signal setzen und das Land sowie den Kreis dazu bewegen, die Strategie der Benachteiligung des ländlichen Raumes zu ändern“, sagt Rüngeling. Ihre Forderungen:

- Keine weitere Einschränkung der kommunalen Selbstverwaltung

- Entwicklungsmöglichkeiten auch für die Orte, die keine Grundzentren sind

- das Recht einer Gemeinde, in ihrem Gebiet auch mehrere Grundzentren zu bestimmen

- Keine Städteförderung zu Lasten der ländlichen Gemeinden

- Förderung von Wohnen und Arbeiten fair aufgeteilt zwischen Stadt und Land

- Stärkung des ländlichen Raumes durch Arbeitsplätze (Industrie und Gewerbe auch im ländlichen Raum)

- Nahversorgung nicht demontieren mit starrer Festlegung der Größe eines Ladens auf maximal 800 Quadratmeter.

Um zu diesen Punkten, die auch der Städte- und Gemeindebund unterstütze, eine gemeinsame Resolution zu verabschieden, hofft Rüngeling bei dem Forum in der Jühnder Friedrich-Spielmann-Halle auf die Teilnahme möglichst vieler Bürgermeister. Es findet statt am Freitag, 28. November und beginnt um 15.30 Uhr. (per)

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