Vorschlag der Grünen

Skepsis in Hann. Münden über Idee zur Holzbaupflicht

Das Drohnenfoto zeigt die Baustelle eines hauses von Oben. Gerade geschnittenes Holz wird im Moment zur knappen Ware.
+
Holz wird zur knappen Ware. Das merken vor allem die Bauherren eines Hauses.

Im Stadtentwicklungsausschuss der Stadt Hann. Münden wurde über einen Vorschlag der Grünen diskutiert, künftig nur noch Holzbauten bei städtischen Gebäuden zuzulassen.

Hann. Münden – Die Stadtverwaltung sieht den Antrag der Grünen im Mündener Stadtrat kritisch, bei städtischen Gebäuden künftig ausschließlich auf Holzbauweise zu setzen. Im Stadtentwicklungsausschuss erklärte der Fachdienstleiter Hochbau der Stadt Hann. Münden, Jürgen Stieler, dass sich die Stadt damit Gestaltungsspielräume nehme. Nicht immer sei Holz die beste Wahl, etwa was die Statik von Gebäuden angehe.

Stadt prüft, wo Holz als Baustoff genutzt werden kann

„Wenn in einem Gebäude Metallfenster sind, muss ich auch die Möglichkeit haben, wieder Metall einzubauen“, so Stieler. In der Praxis brächte die ausschließliche Fokussierung auf Holz als Werkstoff einen höheren Planungsaufwand und höhere Kosten mit sich. Wo möglich, prüfe die Stadt bei ihren Bauprojekten bereits jetzt, ob Holz sinnvoll als Baustoff genutzt werden könne.

Allerdings gebe es auch einen Widerspruch zwischen dem Ziel, möglichst klimafreundlich zu bauen und den gelten Vorschriften. „Der Brandschutz ist ein wichtiges Thema“, betonte Stieler. Bei Holztreppen müssten Versuche gemacht werden, um den Brandschutz sicherzustellen. Zudem gebe es auch andere Baustoffe, die klimaschonendes Bauen ermöglichten. „Wir haben Bereiche, wo Ziegelbauten weiter sinnvoll sind“, so Stieler.

Kritik an Vorschlag der Grünen - Entgegnung: Es ist viertel nach Zwölf

Der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses, Kurt Koppetsch (SPD), verwies auf den derzeitigen Baustoffmangel und auf hohe Preissteigerungen bei Holz. Lena Kürschner (Grüne) verteidigte die Forderung, künftig ausschließlich auf Holzbauweise und auf nachwachsende Rohstoffe bei Sanierung zu setzen.

Beim Klimaschutz sei es inzwischen nicht mehr fünf vor Zwölf, sondern eher viertel nach Zwölf: „Holz ist auch ein guter Speicher für CO2“, betonte sie. Die Klimakrise sei zu wichtig, als dass Argumente wie Kostenfragen, schwierige Bauverordnungen oder optische Fragen griffen: „Warum tauscht man nicht ein defektes Metallfenster durch ein Holzfenster aus, und fährt so fort, wenn das nächste Metallfenster defekt ist“, so Kürschner. Das Thema soll im Umweltausschuss der Stadt weiter diskutiert werden. (Thomas Schlenz)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.