So funktioniert ein Ruderboot

Stadtregatta in Hann. Münden startet: Wir erklären die „Europa“

Komplexe Technik: das Ruderboot Europa des Mündener Rudervereins von der Seite aus gesehen.
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Komplexe Technik: das Ruderboot Europa des Mündener Rudervereins von der Seite aus gesehen.

Die HNA-Redaktion Hann. Münden nimmt in diesem Jahr zum ersten Mal an der Stadtregatta teil. Die Regatta ist Stadtgespräch. Aber wie ist eigentlich so ein Ruderboot aufgebaut? Wir zeigen es.

Die Europa in der Ansicht vom Heck (unten im Bild) zum Bug (oben im Bild).

Hann. Münden – 1. Der Rumpf des Bootes besteht im Fall der „Europa“ aus glasfaserverstärktem Kunststoff, ältere Boote sind oft noch aus Holz hergestellt. Der Rumpf verleiht dem Boot die Schwimmfähigkeit.

2. Die Skulls dienen dem Vortrieb auf dem Wasser. Beim sogenannten Skullen hat jeder Ruderer ein Skull in jeder Hand.Im Gegensatz zu Riemen beim Riemenrudern sind Skulls kürzer und schmaler und haben einen kürzeren Griff. Das Ruderblatt taucht beim Durchzug ins Wasser ein.

3. Das Stemmbrett befindet sich vor den Rollschienen. Der Ruderer nutzt das Brett zum Abstoßen mit den Füßen beim Zurückrollen und zum Heranziehen beim Nachvornerollen.

4. Der Rollsitz läuft auf Schienen vor und zurück. Beim Durchzug nutzt der Ruderer die Kraft aus den Beinen. Er drückt sich vom Stemmbrett ab, rollt nach hinten und führt dabei die Blätter der Skulls im 90-Grad-Winkel ins Wasser ein und zieht sie dann durch das Wasser. Nach dem Ruderzug rollt er mit dem Brett zurück in die Ausgangsposition.

5. Die Ausleger sind am Rumpf des Bootes befestigt. Sie sorgen dafür, dass sich die Skulls in der richtigen Position befinden.

6. Die Dolle und die Dollenbügel fixieren die Skulls so an den Auslegern des Bootes, dass sie nicht ins Wasser fallen können, aber dennoch genügend „Spiel“ vorhanden ist, um die Skulls vor und zurückzubewegen und um die Position der Blätter zu drehen.

7. Das Steuerruder ist am Heck des Bootes befestigt. Mit der Steuerleine wird das Boot in Richtung Steuerbord (vom Heck zum Bug gesehen nach rechts) oder in Richtung Backbord (vom Heck zum Bug gesehen nach links) gelenkt.

8. Der Sitz des Steuermanns befindet sich ebenfalls im Heck des Bootes. Der Steuermann korrigiert den Kurs, feuert die Mannschaft an und gibt weitere Informationen zur Strecke und zur Position des Bootes im Rennen.

Mündener Ruderverein hat Hygienekonzept ausgearbeitet

140 Teilnehmer werden heute und morgen bei der Stadtregatta in Hann. Münden antreten. Bereits zum neunten Mal veranstaltet der Mündener Ruderverein (MRV) das Rennen. Dazu wurde ein Hygienekonzept erarbeitet. „Am Eingang erfassen wir die Daten zur Nachverfolgung potenzieller Infektionsketten“, erklärt Organisator Thomas Kossert. Zudem dürfen nur maximal 400 Personen gleichzeitig auf das Gelände am Fährweg. Es seien genug Sitzplätze geschaffen worden.

35 Boote werden an den Start gehen. Die Strecke führt von der Hochbadgrenze bis zum Ziel am Bootshaus und ist etwa 350 Meter lang. Gefahren wird in Booten mit je vier Personen. Beginn ist heute um 16 Uhr. Immer drei Boote fahren gegeneinander. Die Vorlaufsieger von heute qualifizieren sich für die Zwischenläufe morgen. Die zweit- und drittplatzierten Boote der Vorläufe erhalten morgen ab 10 Uhr in den Hoffnungsläufen eine zweite Chance.

Die Sieger dieser Läufe komplettieren die Zwischenläufe, morgen ab 13 Uhr. Die drei Halbfinalläufe finden ab 16 Uhr, das Finale ab 17 Uhr statt.

Von Thomas Schlenz

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