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So hält das Team des Naturparks Münden den Wald in Schuss

Das Team des Mündener Naturparks zwischen Vergissmeinnicht im Forstbotanischen Garten: von links Sibylle Susat (Geschäftsführerin), Ingo Viola (Landschaftspfleger), Gabriele Knauf-Golde (ehemalige Assistenz), Alexandra Pinne (Nachfolgerin von Knauf-Golde), Gerd Kaufmann (Landschaftspfleger) und Philipp Gruß (Naturparkplanung). Nicht auf dem Bild sind die Landschaftspfleger Oskar Thamm und Cornelius Neubert.
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Das Team des Mündener Naturparks zwischen Vergissmeinnicht im Forstbotanischen Garten: von links Sibylle Susat (Geschäftsführerin), Ingo Viola (Landschaftspfleger), Gabriele Knauf-Golde (ehemalige Assistenz), Alexandra Pinne (Nachfolgerin von Knauf-Golde), Gerd Kaufmann (Landschaftspfleger) und Philipp Gruß (Naturparkplanung). Nicht auf dem Bild sind die Landschaftspfleger Oskar Thamm und Cornelius Neubert.

Sieben Mitarbeiter für 63.000 Fußballfelder: So groß ist die Fläche des Naturparks Münden. Drei Mitarbeiter im Büro und vier Landschaftspfleger kümmern sich um die mehr als 45.000 Hektar große Waldfläche.

Hann. Münden – Das Team um Geschäftsführerin Sibylle Susat hat sich in den vergangenen zwei Jahren verändert. Jüngst übernahm Alexandra Pinne den Assistenzposten im Büro des Naturparks im Forstbotanischen Garten. „Ich liebe Tiere und die Natur, bin in meiner Freizeit oft mit Hund und Familie im Naturpark Münden unterwegs“, sagt Pinne, die vorher viele Jahre in einem Industriebetrieb als Management-Assistentin gearbeitet hat. „Für mich ist die Arbeit in einem kleinen Team sehr reizvoll.“ Sie folgt auf Gabi Knauf-Golde, die 16 Jahre beim Naturpark gearbeitet hat und nun in Ruhestand geht.

„In diesem Job muss man mit allem rechnen“, sagt Knauf-Golde. Sie erinnert sich an einen Anrufer, der ihr sagte: „Ich habe einen Vogel im Wohnzimmer. Können Sie den abholen?“ Das konnte sie zwar nicht, aber: „Ich habe dem Anrufer immerhin ein paar Tipps geben können.“ Knauf-Golde bleibt dem Naturpark Münden als Mitglied und Referentin erhalten. Zu Pinnes Aufgaben gehören nun die Arbeit an Projekten und die Buchhaltung. Sie sagt, sie genieße bereits ihr „grünes Büro“ mit dem Ausblick in den Naturpark. Und: „Ich hätte nie gedacht, dass ich in der kurzen Zeit so viel über Pflanzen lerne.“

Bereits seit Dezember 2019 ist Philipp Gruß Teil des dreiköpfigen Büroteams. Er ist verantwortlich für die Wanderwege. Eines der häufigsten Probleme seien fehlende Wegmarkierungen, sagt Gruß. „Markierungsbäume und Wegweiser am Wegrand werden durch Fahrzeuge der Forstwirtschaft und durch Schädlinge beschädigt.“

Daher sei man auf die Hinweise der Wanderer angewiesen. „Die Leute melden bei mir und ich koordiniere dann unsere Landschaftspfleger, um die Schäden ausbessern zu lassen.“ Das Team mache zwar auch selbst regelmäßige Kontrollen an den meist gelaufenen Wegen, aber die mehr als 450 Kilometer an Wanderwegen könnten sie selbst nicht überprüfen.

Mehr als 10 Tonnen Müll im Jahr

Mäharbeiten und die Reparaturen von Wegweisern, Bänken und Schutzhütten gehören zu den Aufgaben der vier Landschaftspfleger. „Außerdem halten wir die Wanderwege von Ästen und anderen Hindernissen frei“, sagt Ingo Viola, der im April 2020 zum Team dazugestoßen ist.

Die Landschaftspfleger berichten, dass seit Beginn der Pandemie wesentlich mehr Spaziergänger und Wanderer unterwegs seien. „Es gibt aber auch viele Abfälle, die wir beseitigen“, sagt Landschaftspfleger Gerd Kaufmann. Ganze Hausrate habe er dort mit seinen Kollegen schon weggeschleppt, vor allem alte Sofas seien immer wieder dabei. „Zwischen zehn und elf Tonnen Müll räumen wir im Jahr weg.“

In den vergangenen Jahren habe man deshalb die Zahl der Papierkörbe im Naturpark reduziert. „Es klingt verrückt, aber wenn mehr Papierkörbe da sind, fühlen sich mehr Menschen dazu eingeladen, ihren ganzen Müll dort abzuladen“, sagt Kaufmann. Leerlauf gebe es für die Landschaftspfleger nie: „Wenn wir auf der einen Seite fertig sind, können wir vorne wieder anfangen“, sagt Viola.

Für Wildkatzen müssen Lebensräume geschaffen werden

Eines der Projekte, das das Team vom Naturpark angeht, ist der Ausbau der Lebensräume der heimischen Wildkatzen. „Wir möchten für die Wildkatzen sogenannte Wanderkorridore schaffen“, sagt Naturpark-Geschäftsführerin Sibylle Susat.

Die Wanderkorridore sind bepflanzte Verbindungen zwischen einzelnen Lebensräumen der Katzen. „Durch Heckenpflanzen, Bäume und Sträucher kann man den Katzen Deckung bieten“, sagt Susat. Die Wanderkorridore seien für die Tiere wichtig, um in die Reviere von anderen Wildkatzen zu gelangen.

Eine Wildkatze im Sprung beim Mäusefang. Das Bild schoss unsere Fotografin Margitta Hild im Raum Dransfeld.

„Für die Paarung müssen die Katzen neue Lebensräume erschließen“, sagt Susat. So werde Inzucht vermieden, die vorkommen könnte, wenn die Tiere sich immer im selben Gebiet aufhalten und sich dort mit verwandten Artgenossen paaren.

Dieses instinktive Wanderverhalten der Wildkatzen werde durch Straßen, offene Ackerflächen und Bahngleise jedoch gestört. Deshalb müsse das Team vom Naturpark Münden den Tieren ihre gewohnten Deckungsmöglichkeiten wieder herstellen und ihnen „natürliche Brücken bauen“, so Susat weiter. (William Abu El-Qumssan)

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