„So kann ich etwas zurückgeben“

Hann. Münden: Pensionär Thomas Baake leistet Bundesfreiwilligendienst

Leistet seit seiner Pensionierung Bundesfreiwilligendienst: Thomas Baake aus Hemeln.
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Leistet seit seiner Pensionierung Bundesfreiwilligendienst: Thomas Baake aus Hemeln.

Nach knapp 40 Jahren Arbeit würden die meisten Menschen in Ruhestand gehen und ihre Rente genießen. Nicht so Thomas Baake: Der 58-Jährige aus Hemeln absolviert einen Bundesfreiwilligendienst.

Hemeln – Viele Jahre hat Thomas Baake als Sachbearbeiter in unterschiedlichen Bereichen der Telekom gearbeitet. „Nach meiner Ausbildung beim Fernmeldeamt der Deutschen Bundespost in Göttingen, habe ich eine Weiterbildung zum Technischen Fachwirt bei der Telekom gemacht“, erzählt Baake. Im März 2020 ist er in den Vorruhestand gegangen. Seit August vergangenen Jahres arbeitet Baake nun in der Werkstatt für Menschen mit Beeinträchtigungen. „Dort bin ich so ein bisschen Mädchen für alles“, lacht er. Zu seine Aufgaben zählt, die behinderten Menschen bei der Arbeit zu begleiten und zu unterstützen.

„In der Abteilung, in der ich bin, fertigen wir Verpackungen für verschiedene Firmen an. Ich fahre auch ab und zu mit dem Transporter zu den Firmen, um neues Material zu holen oder um fertige Verpackungen abzugeben“, sagt der Pensionär. „Es war mir eine Herzensangelegenheit im sozialen Bereich zu arbeiten. So kann ich etwas zurückgeben“, erzählt Baake.

Seine Arbeit macht ihm richtig Spaß. „In der Werkstatt bin ich sehr gut aufgenommen worden. Die Atmosphäre ist toll und ich habe hier das Gefühl, eine sinnvolle Arbeit zu leisten“, sagt der 58-Jährige. In der Werkstatt würde jeder seine Fähigkeiten miteinbringen. „Hier ist man nicht so leistungsorientiert wie in meinem ehemaligen Beruf. Jeder macht eben so viel, wie er kann“, erzählt er. Am Ende des Tages sieht Thomas Baake, was er und die Betreuten geleistet haben. „Es ist schön, zu sehen, wenn wir wieder eine ganze Palette mit fertigen Verpackungen voll haben“, sagt er.

Weil ihm die Arbeit in der Göttinger Werkstatt so gut gefällt, hat Thomas Baake seinen Bundesfreiwilligendienst um drei Monate verlängert. „Viele Leute, die in Ruhestand gehen, wissen gar nicht, was sie mit ihrer ganzen freien Zeit anfangen sollen. Da ist so ein Bundesfreiwilligendienst eine tolle Möglichkeit, etwas für die Allgemeinheit zu tun“, findet Baake. (Eva Krämer)

Bundesfreiwilligendienst für Pensionäre

Viele Beamte der Deutschen Post oder der Deutschen Telekom haben die Möglichkeit mit einer Sonderregelung vorzeitig, mit 55 Jahren, in Vorruhestand zu gehen. Um volle Pension zu erhalten, haben die Pensionäre die Möglichkeit, freiwillige Arbeit abzuleisten. Wie Thomas Baake, können die Pensionäre einen Bundesfreiwilligen Dienst von mindestens 12 Monaten machen, ein ehrenamtliches Engagement von tausend Stunden nachweisen oder einen Nachweis über die Pflege- oder Betreuungszeit von Angehörigen oder Kindern unter 18 Jahren erbringen. 

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