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„Spannend und intensiv“: Hann. Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg über seine Amtsführung

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Von: Thomas Schlenz

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In seinem Dienstzimmer in der Böttcherstraße: Hann. Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg.
In seinem Dienstzimmer in der Böttcherstraße: Hann. Mündens Bürgermeister Tobias Dannenberg. © Thomas Schlenz

Seit Anfang November ist der neue Bürgermeister von Hann. Münden, Tobias Dannenberg (CDU), im Amt. Wir haben mit ihm über die ersten Tage und die wichtigsten Aufgaben gesprochen.

Wie haben Sie die ersten Tage im Amt erlebt?

Die bisherige Zeit war spannend und sehr intensiv. Ich bin von den Mitarbeitern offen empfangen worden. Wir freuen uns auf die vor uns liegende Zeit und werden die Herausforderungen gemeinsam als Team angehen.

Was waren die ersten Aufgaben?

Ich war erstaunt von der Fülle der Entscheidungen, die in den Monaten vor meinem Amtsantritt nicht mehr getroffen wurden. Diese gilt es erst einmal aufzuarbeiten. Es gab Gespräche mit Bürgermeisterkolleginnen- und Kollegen sowie verschiedenen Institutionen und Vorstellungsrunden mit unseren Städtepartnern. Außerdem habe ich alle konstituierenden Ortsratssitzungen besucht, da ich es mir zum Ziel gesetzt habe mich stärker um die Belange der Ortsteile zu kümmern. Zudem stand nach nur sechs Wochen im Amt bereits die erste Haushaltseinbringung auf dem Programm.

Was wollen Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Es geht mir grundsätzlich um ein besseres Miteinander, größere Transparenz und mehr Kommunikation. Zudem ist es wichtig, den Austausch zwischen Bürgermeister und Politik, den es die letzten Jahre so gut wie gar nicht mehr gab, wieder zu intensivieren. Sobald es Corona zulässt, möchte ich auch neue Wege finden, um auf die Bürgerinnen und Bürger zuzugehen und diese besser zu erreichen.

Wie stellen Sie sich das vor?

Bürgersprechstunden und Mitteilungen über die Presse reichen nicht aus. Wir müssen Möglichkeiten schaffen, damit sich jeder schnell über für Münden relevante Themen und den jeweiligen Sachstand informieren kann.

Was ist die „größte Baustelle“ der Stadt?

Die größte Herausforderung ist seit Jahren unser Haushalt. Es gab bereits ein erstes Treffen mit dem Landkreis hinsichtlich des weiteren Vorgehens. Wir sind gefordert schwere Entscheidungen zu treffen, die uns allen an vielen Stellen wehtun werden, welche aber für die Zukunft von Hann. Münden getroffen werden müssen. Klar ist, dass wir mit einem jährlichen Defizit von etwa fünf Millionen Euro nicht einfach so weitermachen können wie bisher. Wir sind angehalten, auf der Einnahmen- sowie auf der Ausgabenseite tätig zu werden.

Wo sind Einsparmöglichkeiten?

Wie in meiner Haushaltsrede erwähnt, haben wir ein Haushaltsvolumen von 49 Mio. Euro. Allein die Kreis- und Gewerbesteuerumlage (16 Mio. Euro), die Personalkosten (15 Mio. Euro) sowie die Kitakosten (6 Mio. Euro) machen circa 75 Prozent unserer gesamten Aufwendungen aus. Wir haben durch die zwei Jahre ohne genehmigten Haushalt auch einen erheblichen Investitionsstau, welcher erst einmal wieder aufgeholt werden muss. Wir machen seit Jahren nur noch das Nötigste und nicht mehr das langfristig Vernünftige. Für mich steht aber auch fest, dass wir uns nicht auf Kosten für die Stadt wichtiger sozialer Projekte kaputtsparen dürfen.

Als ein Problem wird oft ein kompliziertes Geflecht an städtischen Beteiligungen skizziert...

Es wird oftmals der Eindruck erweckt, Münden würde hier einen Sonderweg gehen; dabei haben andere Kommunen ähnliche Strukturen. Entsprechend würde ich unsere Strukturen nicht als Problem bezeichnen. Aber auch hier gilt Transparenz zu schaffen, um diesen Vorwurf zu entkräften.

Wird der Haushalt diesmal genehmigt?

Das ist unser gemeinsames Ziel. Bei den zuvor aufgezählten Punkten wird es auf jeden Fall schwierig, den Haushalt in die Februar-Sitzung zu verabschieden. Ich möchte vorab noch eine Haushaltsklausur mit den Ratsmitgliedern abhalten, um einzelne Themen sauber aufzuarbeiten.

Einnahmenerhöhungen durch höhere Grundsteuern wurden vom Rat abgelehnt...

Wie bereits erwähnt, müssen wir über die Einnahmen- sowie die Ausgabenseite diskutieren und prüfen, wie wir unser Ziel, einen genehmigten Haushalt aufzustellen, erreichen können.

Ist der Tourismusbeitrag tot?

Auch dieses Thema müssen wir mit allen Beteiligten noch einmal umfassend behandeln.

Wie gut ist die Stadt bei der Pandemiebekämpfung aufgestellt?

Nach anfänglichen Schwierigkeiten sind wir – was das Impfen und Testen angeht – mittlerweile gut aufgestellt und wollen unsererseits alles dafür tun, dass sich unsere Bürgerinnen und Bürger unkompliziert testen lassen können.

Wie stehen Sie zu den Corona-Demos?

Jeder hat das Recht Dinge zu hinterfragen. Was nicht in Ordnung ist, sind Unwahrheiten und abenteuerliche Verschwörungstheorien. Wenn uns daran gelegen ist, unsere Mitmenschen zu schützen und wir schnell wieder zu einem normaleren Alltag zurückkehren wollen, schaffen wir das nur, wenn wir uns impfen lassen.

(Thomas Schlenz)

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