Seltene Einblicke beim Tag des Denkmals in Hann. Münden

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Zimmersleut: Marian (links) und Martin erzählten den Teilnehmern der Führung allerhand über Fachwerk und die Stadt. 

Hann.Münden. Am Tag des offenen Denkmals konnte man sich auch im 1564 erbauten Fachwerkhaus Burgstraße 4 umsehen. Vermutlich ein letztes Mal öffentlich. 

Denn dieses Haus, das seit einem Brand im Jahr 2005 leersteht, hat bereits vor vielen Jahren die Mündener Familie Fehrensen gekauft. Das dreigeschossigem Renaissance-Fachwerkhaus soll renoviert werden und bereits 2017 fertig gestellt sein.

Der Wunsch der Fehrensens ist es, das Untergeschoss zu einer Weinbar auszubauen und das Obergeschoss für Büroräume vorzusehen. Aber auch für andere tolle Lösungen ist die Familie offen.

Carsten Görtelmeyer vom Förderverein Mündener Altstadt stellte Mustwerwalztechniken für Lehmwände in alten Gebäuden vor. Er zeigte eine große Anzahl Walzen, mit denen 250 verschiedene Muster aufgetragen werden können. Besucher konnten Muster auf die verputzten Lehmwände in dem Haus auftragen. Wer wollte, konnte auch auf vorbereiteten Spanplatten historische Muster walzen und die Platten mit nach Hause nehmen.

Seltene Einblicke beim Tag des Denkmals in Hann. Münden

Zimmerleute in der Stadt 

Mit auf die Walz nahmen die Zimmerleute Marian, dargestellt von Stadtführerin Marie Anne Langefeld, und Martin (Stadtführerin Martina Pakusch) eine Schar interessierter Stadtbesucher. Sie erzählten etwas über die Geschichte und die Fachwerkhäuser sowie deren Konstruktionen, und das alles im Zimmermannsschnack.

So erfuhren die Teilnehmer schnell, dass sie in den Augen der Zimmersleut‘ Kuhköppe sind. So nannten die Zimmerleute jeden, der nie auf Wanderschaft war. Während Marian den Gästen die Zimmermannskluft erklärte, erzählte Martin von Luftsuppe und Windbouletten, was soviel heißen soll, dass er hungern muss. Auch die Zinken (Stempel) und Zeichen, mit denen sich die Zimmerleute untereinander verständigten, erklärten die beiden. Eine Gabel auf die Türschwelle gezeichnet bedeutetete, hier gibt‘s was zu essen. Eine durchgestrichene Gabel hieß, es gibt nichts. Dass in dem Haus eine Frau allein mit zwei Mägden lebte, wurde durch drei kleine Dreiecke angezeichnet.

Viel Kunst

Mit einer Kunstausstellung unterstützte das Mündener Kunstnetz den Tag des offenen Denkmals. Gisela Bogumil, Petra Graser, Marion Grunwald, Sabine und Reinhard Magdeburg, Gaby Meyer, Helga Reimann, Susanne Schmitt und Monika Westphal zeigten Malerei, Fotografie und Kunsthandwerk. Ein äußerst interessiertes Publikum schaute sich um, die Ausstellung war die vier Stunden sehr gut besucht. Auch viele auswärtige Besucher waren dabei, die die Vielfalt der präsentierten Werke lobten. Auch die untere Rathaushalle als Ausstellungsort wurde von den Auswärtigen als sehr gelungen bezeichnet.

Außerdem wurden Bücher der Stadt mit Themen, die Münden betreffen, zugunsten des neuen Rathausdaches verkauft. „Vier Dachziegel haben wir schon zusammen“, meinte Uwe Hentze, Vorsitzender des Kunstnetzes, scherzhaft, nachdem ein Mann einen Geldschein in das Schwein gesteckt hatte. (zpy)

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