Spaziergänger finden Mausohr: Eine Fledermaus in Gefahr

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Fledermaus in Not: das kürzlich gerette Mausohr.

Hann. Münden/Varlosen. Seltener Fund im Forstbotanischen Garten in Hann.Münden. Kürzlich fanden dort Spaziergänger ein Mausohr, eine Fledermaus.

Eine Frau setzte sich daraufhin mit Hans-Joachim Haberstock vom Naturschutzbund (Nabu) in Varlosen in Verbindung, die Fledermaus wurde zu ihm gebracht.

Der Experte schaute sich die Fledermaus an: „Mit fünf Gramm noch unter dem normalen Mindestgewicht - Durchschnitt 28 bis 40 Gramm -, ist sie stark untergewichtig und wirkt sehr kraftlos“, sagt Haberstock.

Einmal am Boden, hätte sie ohne Hilfe den nächsten Tag nicht überlebt, meint Haberstock. Und er berichtet weiter, wie es mit dem Mausohr weiterging.

Da konnte erst mal Wasser mit speziellen Aufbaupräparat und Mehlwürmer als Festnahrung helfen. Eine Engelsgeduld braucht es, bis die ersten Mehlwürmer gefressen wurden. Die Mausohrdame hat es nun wohl geschafft. Das Mausohr hat vor ein paar Tagen ihr Winterquartier verlassen, um nach Nahrung zu suchen, die es jetzt noch nicht reichlich gibt. „Dass sie ihre Fettreserven total verbraucht hat, stimmt schon nachdenklich, denn es ist nicht die erste Fledermaus, die ich stark untergewichtig aufgenommen habe“, sagt Haberstock: „Aus meinen persönlichen Beobachtungen könnte ich ableiten, dass die milden Winter den Tieren beim Winterschlaf Probleme bereiten. Sie werden wohl öfter wach, mobilisieren unnötig Energie und schwächen sich dadurch.“

Der Fledermausschutz Südniedersachsen im Nabu-Göttingen bittet um Mithilfe beim Schutz und der Förderung der heimischen Fledermäuse. Aufgefundene Fledermäuse sollen nur mit Handschuhen oder einem Tuch geborgen und dann in einen kleinen Karton gesetzt werden.

Kontakt, Fledermausregionalbetreuer Hans-Joachim Haberstock, 05502/3549.

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