Mehrere gefährliche Situationen

Spaziergänger missachten gesperrte Wege

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60 Meter Abstand gilt es, zu Forstmaschinen einzuhalten

Die Wälder Niedersachsens sind wegen der Pandemie ein beliebter Erholungsraum, doch durch hohe Besucherzahlen kam es in der letzten Zeit oft zu gefährlichen Situationen.

Das berichten Stadtwald Hann. Münden und die Niedersächsischen Landesforsten und erinnern an die Regeln für Waldbesucher.

Im Stadtwald Hann. Münden gelte ein generelles Grillverbot, mahnte die Leiterin Susanne Gohde bereits vor dem Vatertag. Aufgrund der weiterhin bestehenden hohen Waldbrandgefahr fuhren das Ordnungsamt und Vertreter des Stadtwaldes daher Streife.

Die Aufforstungsarbeiten im Stadtwald seien nun abgeschlossen und würden im November fortgesetzt. Bis dahin gelte es, den Borkenkäfer zu beobachten und die toten Bäume aus dem Wald zu holen. Die Borkenkäfer verhielten sich dieses Jahr äußerst ungewöhnlich. Normalerweise würden die erwachsenen Tiere nur einmal ausschwärmen und ihre Eier ablegen, dieses Jahr schwärmten sie seit Gründonnerstag schon drei Mal aus, berichtet Gohde.

Für die Arbeiten kommen schwere Maschinen zum Einsatz, für die die Forstwege gesperrt werden. Wie beispielsweise derzeit am Giersteinweg zwischen Rinderstall und der B496 sowie zwischen Bonaforth und Speele. Leider missachteten Waldbesucher Straßensperrungen häufig, sodass es erst kürzlich beinahe zu einem Unfall gekommen wäre, als ein Fahrradfahrer direkt am Reifen des Harvesters hielt, berichtet Gohde. Die Fahrzeuge verfügten nicht über Rückfahrkameras. Solche Situationen könnten tödlich enden.

Die Landesforsten bitten um einen Abstand von mindestens 60 Metern zu Forstmaschinen. „Die Maschinenführer haben von ihrer Kabine aus nur ein eingeschränktes Sichtfeld. Wenn sie mit ihren Kränen Baumstämme am Wegesrand stapeln oder auf LKWs verladen, können sie Waldbesucher nicht im Blick haben“, erläutert der Leiter des Forstamts Seesen, Henning Geske.

Auch die Harzer Wälder verzeichnen einen zunehmenden Besucherdruck, berichten die Landesforsten. Hier wird auch wochenends gegen die Borkenkäfer gearbeitet. Für Konflikte sorgten dort Autos von Waldbesuchern, die in Zufahrten abgestellt werden und so Waldarbeiten und Rettungskräfte behindern. Im Forstamt Clausthal fielen vermehrt Wildcamper und Feuerstellen auf. Auch das Fahr- und Rauchverbot im Wald werde missachtet. Es mussten bereits mehr als 15 Brände gelöscht werden.

Der Harzer Tourismusverband bietet mit der Initiative „Der Wald ruft“ Videos mit einer Waldknigge an und informiert über die aktuelle Situation. harzinfo.de/derwaldruft

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