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Gute Nachfrage im Bestattungswald Hann. Münden

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Von: Kim Henneking

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Tobias Dannenberg und Vanessa Meyer im Bestattungswald Hann. Münden
Bitten um Spenden für einen Pavillon im Bestattungswald: Bürgermeister Tobias Dannenberg und Vanessa Meyer vom Betrieb Stadtwald. © Kim Henneking

Seit vier Monaten gibt es einen Bestattungswald in Hann. Münden, aber der Stadt fehlt das Geld für einen Pavillon. Wer möchte spenden?

Hann. Münden – Oberhalb der Weserliedanlage befinden sich auf 3,4 Hektar 157 Bäume, unter denen Menschen ihre letzte Ruhestätte finden können. Die Nachfrage nach diesen Gräbern hat die Erwartungen im Betrieb Stadtwald übertroffen, wie Vanessa Meyer berichtet.

„Wir sind sehr zufrieden“, sagt die Sachbearbeiterin. Ziel seien 50 Bestattungen pro Jahr. Seit Eröffnung im August habe es bereits 19 Bestattungen gegeben. Die Verkaufszahlen – 37 Gemeinschaftsbäume und fünf Familienbäume – lägen sogar über dem Ziel. Unter den Käufern sind nicht nur Mündener: „Wir haben auch Anfragen aus Amerika, von Menschen die ausgewandert sind und in ihrer Heimat beerdigt werden wollen. Und von ehemaligen Studenten der forstwissenschaftlichen Fakultät in Hann. Münden“, erzählt Meyer.

Über Vandalismus könne sie sich kaum beklagen. Wildschweine hätten ein Schild umstoßen, die Holzstümpfe am Andachtsplatz einmal am Boden gelegen und hin und wieder seien Bierflaschen zu finden. „Die Leute sind anständig und respektieren diesen Ort“, so ihr Fazit.

Nun fehlt dem Bestattungswald noch ein Pavillon für den Andachtsplatz. An dem barrierefreien Platz mit Bänken, Rednerpult und Stelen aus Holz finden die Trauerfeiern statt, bevor die biologisch abbaubaren Urnen zu ihren Bäumen getragen werden. Besonders in der kalten Jahreszeit sollen die Angehörigen an diesem Ort trocken und windgeschützt Abschied nehmen können. Bauplan und Genehmigung für eine Überdachung mit halb geschlossenen Wänden liegen schon vor, informiert Meyer. Doch die Umsetzung scheitert an der Finanzierung.

Denn aufgrund des nicht genehmigten Haushalts könne der Betrieb nicht auf das für den Pavillon eingeplante Geld zugreifen. Deshalb rufen die Mitarbeiter und der Bürgermeister weiterhin zu Spenden auf. Nach einem ersten Aufruf Anfang August seien bisher nur Spenden von drei Menschen eingegangen. 25 000 Euro benötigt der Betrieb Stadtwald für den Bau. (Kim Henneking)

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