Spezial-Bohrer steht bereit

Fundamentarbeiten für behindertengerechten Umbau des Hauses Lange Straße 98

Das Objekt: Im Vorderhaus des Gebäudes an der Langen Straße 98 entstehen derzeit fünf altersgerechte Wohnungen. Foto: Maaß

Hann. Münden. Der behindertengerechte Umbau des Hauses Lange Straße 98 in der Mündener Altstadt geht in der kommenden Woche in eine entscheidende Phase.

Vor dem über 130 Jahre alten Gebäude steht bereits ein fahrbares Bohrgerät bereit, mit dem eine Spezialfirma aus Hamburg am Montag mit Bohrungen für mehrere 20 Zentimeter dicke Betonpfähle beginnt, mit denen das Haus im Boden verankert wird.

Das sei aus Gründen der Statik notwendig und eine Vorgabe der Stadt Hann. Münden, um den Umbau mit Verlegung des Treppenhauses und den Einbau eines Aufzuges genehmigen zu können, erklärt Annette Röhrl-Müller. Sie ist Mitgesellschafterin der Hoppe + Röhrl GmbH & Co. KG, der das Gebäude gehört.

Das Gesetz sehe einen „Standsicherungsnachweis“ vor. „Dieser betrachtet die hypothetische Annahme, dass sämtliche Nachbargebäude nicht existent sind, und dann die größte Windstärke auf die schwächste Stelle des Gebäudes bläst.“ Dies müsse das Gebäude aushalten können, so Annette Röhrl-Müller.

Vor diesem Hintergrund seien von der Stadt Hann. Münden die Bohrungen angeordnet worden, die im Haus stattfinden, wo der Lift eingebaut werden soll. Dafür muss das Bohrgerät in den Hausflur fahren.

Ein Generator sowie Pumpen werden tagsüber in der Langen Straße in Betrieb sein.

Mit Lärm verbunden

Da die Bohrungen mit viel Lärm verbunden sein werden, hofft Annette Röhrl-Müller auf das Verständnis der Anwohner. Möglicherweise seien die Arbeiten auch an Fronleichnam noch nicht abgeschlossen. Das hänge vom Untergrund ab. Ursprünglich sollten die Bohrungen früher stattfinden, es sei aber auf einer vorherigen Baustelle der beauftragten Firma zu Verzögerungen gekommen. Auch sei es nicht möglich gewesen, den Termin noch einmal zu verschieben. „Nur wenige Spezialfirmen bieten im Bundesgebiet diese Arbeiten an und verfügen über ein Gerät, das überhaupt in den Hausflur gefahren werden kann“, erläutert Annette Röhrl-Müller.

Schweres Gerät: Mit dieser Maschine, die in den Hausflur gefahren wird, beginnen am Montag Bohrungen, um das Haus statisch für den Umbau zu sichern. Unser Bild zeigt im Vordergrund Annette Röhrl-Müller. Miteigentümerin des Hauses. Foto: Maaß

Angaben zu den Investitionen wollte sie nicht machen. Die Kosten für den behinderttengerechten Umbau des denkmalgeschützten Hauses mit den Auflagen der Denkmalpflege seien aber so hoch, dass das Ganze für viele Jahre ein Zuschussprojekt bleibe.

Fünf Wohnungen sollen in dem Vorderhaus des Gebäudes entstehen (Hintergrund). Besichtigung: Am heutigen Samstag ist die Baustelle von 10 bis14 Uhr für alle Interessierten im Rahmen des Tages der Städtebauförderung geöffnet.

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