Spontane Konzerte ohne Schlips: ff-Musikschule wird zum Kulturcafé

Hereinspaziert: Sängerin Mirela Fenske und Musikschulleiter Christian Möller heißen Zuhörer und Musiker willkommen im neuen Kulturcafé der ff-Musikschule im „Ochsenkopf“. Fotos: Sangerhausen

Hann. Münden. Einheimische und Besucher Mündens können Musik, Musiker und ein wunderschönes Fachwerkhaus kennenlernen: ab 1. August wird die ff-Musikschule zum Kulturcafé.

Das ändert sich jetzt: Am Mittwoch stellte Christian Möller, Leiter der ff-Musikschule in der Sydekumstraße in Hann. Münden, das Konzept für das „Kulturcafé“ vor, das am 1. August testweise startet. Damit bringt Möller eine ganze Reihe von Aspekten zusammen: Das Haus, in seiner Ständerfachwerk-Bauweise etwas Besonderes, wird für Einheimische wie Touristen geöffnet.

Instrumente probieren

Drinnen kann man sich nicht nur umsehen und Kaffee trinken, sondern auch Schlagzeug und Synthesizer (mit Kopfhörer) ausprobieren. Wer über den Tag etwas ausprobiert hat, kann abends wiederkommen und vorspielen, denn ab 20.30 Uhr sind Spontan-Konzerte angesagt.

„ Es gibt keine richtige oder falsche Musik. Alles ist richtige Musik, wozu der Zuhörer einen Zugang hat.“

Jeweils ab 22 Uhr spielen dann die Berliner Philharmoniker in der digitalen Konzerthalle: Auf eine große Leinwand im Untergeschoss werden Konzerte des Orchesters, das diese selbst aufgenommen hat, projeziert - ein „Public Viewing“ der anderen Art.

Die Idee, sagt Möller, habe er zehn Jahre lang ausgebrütet. Eigentlich spiele er nicht gern vor anderen, jedenfalls nicht allein. In Gruppen aber mache ihm das Auftreten wieder Spaß, vor allem, wenn man in lockerer Runde einfach drauflos spiele und eben so lange musiziere, wie das Publikum auch Spaß hat.

Wer auftritt und welche Musikrichtung es abends zu hören gibt, das entscheidet sich jeden Tag neu. Im Untergeschoss steht ein I-Pad bereit, in dem sich Musiker einen Platz auf der Café-Bühne reservieren können.

Viele Stilrichtungen 

Wie vielfältig das klingen kann, demonstrierte Möller gestern mit Musikerfreunden und Schülern: Etwas leichte Klassik, ein bisschen Pop, Blues und mal schnell ein paar Takte Ragtime ließen er und Sonja Heimann, Mirela Fenske, Hermann Gnädinger, Anna Krug und Lucas Kampf durch das imposante Gebäude klingen. Das Lied zum Projekt sang Paul Krug: „Ein Hoch auf uns“. Dabei begleitete sich der Zehnjährige am Klavier.

Als Kirchenmusiker „aus einem Elitestudium entlaufen“, sagt Möller, habe er beim Orgelspiel „nie nach unten geschaut, ob da auch einer sitzt und zuhört“ - bis er in Jazzkneipen ganz anders mit dem Publikum konfrontiert wurde.

Mit Musikern verschiedener Stilrichtungen zusammenzukommen sei für ihn eine Riesenbereicherung. Es gebe keine „richtige oder falsche Musik. Alles ist richtige Musik, wozu der Zuhörer einen Zugang hat.“

Und so sollen die Konzerte eine Plattform bieten von Klassik bis Heavy Metal - Veranstaltungen mit Spaß und ohne Schlips und Kragen.

Von draußen konnte er im Haus bisher immer die Gästeführer hören, die das Gebäude mit dem Namen „Ochsenkopf“ den Besuchern erklärten. Aber sie konnten nie hinein.

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