Anbieter auf Mitgliederbeiträge angewiesen

Sportbetriebe bleiben bis 20. Dezember geschlossen

Mitarbeiter Julian Blauschka und Inhaber Sören Heß stehen an der Anmeldung im Balance-Fitnessstudio Hann. Münden.
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Die Anmeldung im Balance-Fitnessstudio Hann. Münden läuft kontaktlos. Mitarbeiter Julian Blauschka und Inhaber Sören Heß zeigen wie es geht.

Die Coronabeschränkungen aus dem November sind erst einmal bis zum 20. Dezember erweitert worden. Davon sind auch Sportbetriebe betroffen. Laut Landesregierung ist Individualsport möglich, Mannschaftssport untersagt. So sollen Begegnungen und Kontakte reduziert werden.

„Ich habe das Studio fünf Tage vor dem ersten Lockdown übernommen“, sagt Sören Heß, Inhaber des Balance Fitness- und Wellness-Clubs. Die Umbauarbeiten während der ersten und zweiten Schließung seien eigentlich für die kommenden drei Jahre vorgesehen gewesen. „Wir sind jetzt schon im Minus“, sagt Heß. Deshalb sei der Betrieb auf die Hilfen vom Staat und die Mitgliederbeiträge angewiesen. „Ich danke allen, die uns unterstützen.“ Die Beiträge würden weiter eingezogen und im kommenden Jahr schrittweise ausgesetzt.

Die Schließung der Fitnessstudios könne er nicht verstehen, da keine Ansteckungsgefahr in den Einrichtungen nachgewiesen worden sei. Während der ersten Umbauphase habe das Balance eine kontaktlose Anmeldung eingerichtet, Luftfilter installiert, Trennwände in den Trainingsräumen aufgehängt, den Saunabereich erweitert, um Abstände zu ermöglichen, und ein Gerät für Rückenbeschwerden angeschafft. Mit diesen Investitionen sei der Betrieb „auf Risiko gegangen“.

Durch den Lockdown hätten sich gesundheitliche Beschwerden nachweislich vermehrt, weil kein präventives Training mehr stattfinde, so Heß. Beispielsweise könne ein Schlaganfallpatient im Balance, der die vergangenen Jahre selbstständig zum Training kam, nun kaum noch das Haus verlassen.

Yogastudio Matriyog erweitert Geschäftsfeld

„Sport und Entspannung hilft, das Immunsystem aufzubauen“, sagt auch Sathi Randhawa-Klecha, die seit drei Jahren in Benterode das Yogastudio Matriyog mit Café betreibt. „Es macht gar keinen Sinn, das zu verbieten. Die Menschen brauchen das in dieser Zeit.“

Weil die Kurse nicht stattfinden können und auch das Café geschlossen ist, hat die Yogalehrerin nun eine Schulung zur Tagesmutter begonnen. Ursprünglich habe sie zwei Personen dafür einstellen wollen, um das Angebot zu erweitern, nun soll es eine weitere Einnahmequelle werden. In diesem Sinne biete sie ab Dezember auch eine einjährige Schulung für Yoga und Ayurveda an.

Fitnessstudio Auefeld: Sport bietet Sozialkontakte

„Viele Kunden kommen auch, um soziale Kontakte zu pflegen“, sagt Michael Müller, Mitinhaber des Fitnessstudios Auefeld. Gemeinsam mit Heinz Arend betreibe er das Studio seit 36 Jahren. Die aktuelle Situation sei noch nicht existenzbedrohend. Manche Mitglieder hätten Beiträge storniert.

Die Schließung treffe das Studio in der Hauptsaison. Gerade in der kalten Jahreszeit und mit den Neujahrsvorsätzen wollten mehr Menschen Sport im Studio machen. „Das macht mehr Spaß als allein zu Hause oder mit Youtube.“

Dransfelder Sport-Club lässt alle Sparten ruhen

Der Dransfelder Sport-Club hat alle Angebote bis zum 31. Dezember eingestellt, sagt Geschäftsführer Friedrich-Georg Rehkop. Der Verein stehe finanziell gut da. Rückerstattungen hätten kaum Mitglieder verlangt, denn „im ländlichen Raum ist die Verbindung zum Verein sehr stark“.

Die Übungsleiter hätten Verständnis für die Pause ausgedrückt. Die jüngeren Mitglieder hätten die Maßnahme eher akzeptiert als die Älteren. Bei ihnen nehme der Sportverein eine besondere Rolle ein, manche hätten Angst vor Vereinsamung. „So schade es ist, das Risiko ist einfach zu groß“, begründet Rehkop die Entscheidung, alle Sparten ruhen zu lassen.

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