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Spritpreise explodieren: Unmut und Resignation an Mündener Tankstellen

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Von: Michael Caspar

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Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen Autofahrer seit Anfang September. Der Rabatt, den Berlin gewährt hat, ist ausgelaufen.
Deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen Autofahrer seit Anfang September. Der Rabatt, den Berlin gewährt hat, ist ausgelaufen. © MICHAEL CASPAR

Zum Monatswechsel endete der Tankrabatt der Bundesregierung. Infolgedessen sind die Preise für Benzin und Diesel in den vergangenen Tagen stark angestiegen. Wir haben mit Tankstellenbetreibern und Kunden gesprochen.

Hann. Münden – Um 20, 30 Cent sind die Benzinpreise in die Höhe geschossen, seit der Tankrabatt Ende August ausgelaufen ist. An den Zapfsäulen in Hann. Münden herrscht Unmut, aber auch Resignation.

„Die hohen Preise sind eine Unverschämtheit“, schimpft eine junge Mutter, weiß aber auch, dass „wir daran alle nichts ändern können“. Sie brauche aufgrund des Kindersitzes ein großes Auto, fahre mit ihrem Baby zur Krabbelgruppe oder zum Arzt.

„Für mich ändert sich am Preis nichts, ich tanke immer für 50 Euro“, scherzt eine Mielenhäuserin. Ohne Auto komme sie nicht zum Supermarkt und zum Arzt, ergänzt sie ernst und sagt: „So ist das, wenn die Beine nicht mehr wollen.“ Ihre Strategie: „Ein gemütliches Tempo“ und keine langen Strecken.

Kraftstoffsparende Autos zahlen sich aus

Bereits vor zwei Jahren hat sich ein Kleinwagenfahrer ein kraftstoffsparendes Auto gekauft. Das zahlt sich nun aus. „Das letzte Mal habe ich vor acht Wochen getankt, als ich von meinem Büsum-Urlaub zurückgekehrt bin“, freut er sich.

Ein junger Mann lacht nur bitter über die hohen Preise. „Ich bin auf das Auto angewiesen“, erklärt er. Da müsse er wohl zahlen, ob er das nun wolle noch nicht. „Stinksauer“ sei er, erklärt aufgebracht ein älterer Herr. Für ihn ist die Bundesregierung für die hohen Preise verantwortlich. Dass Deutschland sich auf die Seite der angegriffenen Ukraine gestellt hat, dem Land „den Krieg bezahlt“ und russisches Öl boykottiert, macht ihn wütend. „Die Deutschen“ nähmen alles hin, entrüstet er sich.

„Ich lasse das Auto in der Garage stehen und nutze privat fast nur noch das Fahrrad“, erzählt ein Reinhardshäger. Beruflich liefert er Teile aus. Die hohen Tankrechnungen muss der Chef begleichen.

Lange Schlangen zum Monatswechsel

„In der Woche vor dem Auslaufen des Tankrabatts war hier heftig was los“, erinnert sich Uwe Jatho von der bft-Tankstelle an der Wilhelmshäuser Straße 105 in Neumünden. Die Autofahrer hätten Schlange stehen müssen, einige zusätzlich noch Kanister befüllt.

Dass Preise in die Höhe gingen, sei „immer der Fall“, wenn ein Gut knapp werde, erklärt der Unternehmer. Er rät, zwischen 17 und 19 Uhr zu tanken. Dann seien die Preise in der Regel am niedrigsten. Viele täten das ohnehin, wenn sie von der Arbeit nach Hause führen.

Bislang noch nie erlebt hatte Jatho in seinen 13 Jahren als Tankstellenbetreiber, dass kein Diesel da war. Vor einer Woche musste er 30 Lkw fortschicken. Man hatte ihn nicht beliefert.

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