„Einzigartiges Projekt“

Stadt Hann. Münden startet Lichteraktion

Ein Pferd als Lichtskulptur. Dieses ist teil einer Lichtkunstausstellung in Hann. Münden
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Ein Pferd bäumt sich auf. das ist eine der Lichtskulpturen, die seit Donnerstagabend (17.12.2020) im Kernstadtgebiet von hann. Münden zu sehen sind.

Der „Lichterzauber in Hann. Münden“ ist offiziell eingeweiht. Am Donnerstag (17.12.2020) am frühen Abend wurden die Lichter in den überlebensgroßen 3D-Figuren und Bäumen angeschaltet. „Wir hoffen, dass wir ein Stück weit Mut machen und Zuversicht streuen“, sagte Bürgermeister Harald Wegener.

Hann. Münden – Dieses Jahr hätte ein größeres Veranstaltungsangebot die Weihnachtszeit in Hann. Mündens Innenstadt einläuten sollen. Die Corona-Pandemie machte dem, wie so vielem anderen, einen Strich durch die Rechnung. Etwas Besonderes gibt es nun aber trotzdem: Die Hann. Münden Marketing GmbH (HMM) hat mit den Versorgungsbetrieben Hann. Münden (VHM) und Sponsoren ein Lichterprojekt auf die Beine gestellt.

Der „Lichterzauber in Hann. Münden“ ist diese Woche aufgebaut worden. Das teilen Matthias Biroth, Tourismusmanager der HMM, und Marc Pfütz, kaufmännischer Leiter der VHM, mit. „Normalerweise sollte es ein komplettes Rahmenprogramm geben“, erklärt Biroth, „aber das ist im Moment nicht möglich.“ Nun werden die speziellen Lichtinstallationen mit unter anderem überlebensgroßen 3D-Figuren und beleuchteten Bäumen ohne Zusatzveranstaltungen aufgestellt.

Hann. Münden auch in Wintermonaten attraktiver machen

Im Rahmen des Tourismuskonzepts diene das Lichterprojekt dazu, künftig auch in den Wintermonaten für Touristen attraktiver zu werden. „Aktuell zeigt die touristische Nachfrage eine deutliche Konzentration auf die Monate Mai bis September“, heißt es in dem Konzept, das auf der Internetseite der Stadtverwaltung Hann. Münden einsehbar ist. Neue Angebote sollen „Gastgeber und Einzelhandel stärken“ sowie „Betriebe ganzjährig besser auslasten“.

Die Idee für das Lichterprojekt kam bereits im November 2019 auf. Dafür hat die HMM Fördermittel beantragt. Der Stichtag dafür lag im April dieses Jahres, im August kam die Zusage, berichtet Biroth. Daraufhin wurde ein Konzept erstellt und das Projekt ausgeschrieben.

Bei der Realisierung legten HMM und VHM Wert darauf, die Umwelt zu schonen. „Es wird komplett auf Nachhaltigkeit geachtet“, erklärt Biroth. Es würden stromsparende LEDs verwendet und auch die übrigen Materialien seien ressourcenschonend, berichtet Pfütz. Zu sehen sind die groß angelegten Lichtinstallationen ab heute im weiteren Kernstadtbereich. „Das ist in der Region einzigartig“, so Biroth.

Idee enstand bereits im Jahr 2019

Angesichts der Corona-Pandemie hat sich das Konzept rund um das Projekt „Lichterzauber in Hann. Münden“ mehrmals verändert. Zuletzt als der neuerliche Lockdown beschlossen wurde. Die ursprüngliche Intention, mehr Leute in die Innenstadt zu locken, kann dieses Jahr nun nicht mehr im Vordergrund stehen. Die Idee ist bereits Ende 2019 entstanden. Mithilfe von Fördergeldern und zusammen mit den Versorgungsbetrieben Hann. Münden (VHM), der Erlebnisregion Hann. Münden, der Mündener Gilde, der Sparkasse und der Beleuchtungsfirma MK Illumination hat die Hann. Münden Marketing GmbH (HMM) das Projekt realisiert. Heute findet die Eröffnung zwar statt, allerdings in deutlich reduzierter Form.

Vor Bekanntwerden des Lockdowns war für Matthias Biroth, Tourismusmanager der HMM, klar: „Wir versprechen uns von dem Projekt, dass wir mehr Publikum in die Innenstadt bekommen.“ Da das durch den Lockdown hinfällig ist, wolle man trotzdem wenigstens „das Licht einschalten“, wenn schon keine große Eröffnung möglich ist. „Die Lichtinstallationen sprechen ja auch für sich“, erklärt der Tourismusmanager.

Die Corona-Pandemie ist allerdings nicht das Einzige, was im Zusammenhang mit dem Lichterprojekt für Unruhe gesorgt hat. Eine Firma, die zunächst offenbar daran interessiert war, ein Konzept für das Projekt zu entwickeln und umzusetzen, erhob im Zuge des Vergabeverfahrens zwischenzeitlich schwere Vorwürfe gegen die Art, wie die HMM dieses gehandhabt hat. So warf die Firma der HMM unter anderem vor, es habe von Anfang an „einen präferierten Bieter“ gegeben und das Verfahren an sich sei „fragwürdig“ abgelaufen. Das verneinen Biroth und Marc Pfütz, kaufmännischer Leiter der VHM.

„Die erhobenen Rügen entbehren jeglicher Grundlage.“

„Es ist ein offizielles Verfahren nach dem Vergaberecht gewesen, das auch von Fachanwälten juristisch begleitet wurde“, erklärt Pfütz. „Die erhobenen Rügen entbehren jeglicher Grundlage.“ Das sei auch die Ansicht der Anwälte, die die Vorwürfe der Firma in einem Schreiben detailliert widerlegt hätten. Es sei stets um die größtmögliche Gestaltungsfreiheit für die Bieter gegangen, um am Ende das wirtschaftlichste, ansprechendste und passendste Angebot für Hann. Münden auswählen zu können. „Wir haben neutrale Verhandlungsgespräche geführt und alle Bieter gleich behandelt.“ Über die Vergabe entschieden habe letztlich ein unabhängiges Gremium. Im Mittelpunkt habe dabei das beste Ergebnis gestanden und das sei mit MK Illumination gefunden worden.

Es sei ein Konzept entstanden, „das man von Jahr zu Jahr weiterentwickeln kann“, erklärt Pfütz. Auch deshalb spiele Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung eine große Rolle. So könnten die Beleuchtungselemente auch in den kommenden Jahren wieder eingesetzt werden.

Insgesamt bewegten sich die Kosten für den „Lichterzauber in Hann. Münden“ im sechsstelligen Bereich. Die eine Hälfte werde aus den Fördermitteln finanziert, die andere durch Sponsoren und Eigenmittel.

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