Noch keine Nachfrage

Stadt schafft Notunterkunft:Schutz für Frauen bei häuslicher Gewalt ausgeweitet

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Es wird erwartet, dass Gewalt in Familien während der Coronakrise zunimmt (gestellte Szene/Symbolbild). 

In Zeiten der Kontaktsperre sorgen sich Politiker und Experten, dass Fälle von häuslicher Gewalt steigen. Zugleich weisen Hilfsorganisationen darauf hin, dass sie weiterhin telefonisch erreichbar sind.

Die Stadt Hann. Münden hat reagiert und sich um vorübergehende Notunterkünfte gekümmert, sollten die 10 Plätze im Göttinger Frauenhaus nicht reichen. Bisher seien diese Angebote nicht genutzt worden, bestätigt Julia Bytom, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt. Sie geht aber davon aus, dass die Plätze gebraucht werden. „Je länger Familien zusammen sind, desto eher steigt das Konfliktpotenzial“, sagt sie. „Wir sind uns im Klaren darüber, dass der Bedarf da ist“.

Deshalb sind die Angebote auch mit dem Frauenhaus abgesprochen. Dort kann man bisher keine belastbare Aussage machen, ob Fälle von häuslicher Gewalt als Folgen der Corona-Beschränkungen gestiegen seien. Generelle Schwankungen bei den Aufnahmen seien normal und ließen keine Schlussfolgerung zu.

Zu Beginn der Krise seien sogar weniger Frauen als gewöhnlich aufgenommen worden. Das könne man der allgemeinen Verunsicherung und Sorge vor Ansteckung in einer Gemeinschaftsunterkunft zuschreiben, teilt das Frauenhaus mit. Derzeit gebe es noch freie Plätze, Frauen aus häuslicher Quarantänesituation oder mit Symptomen dürften aber zum Schutz der anderen Bewohner nicht aufgenommen werden. Um Betroffenen auch jetzt Schutz zu bieten, sind viele Anlaufstellen telefonisch erreichbar. Das Frauenhaus weist darauf hin, wie wichtig es sei, Frauen gerade jetzt mit Informationen und Hilfe zu versorgen und gut erreichbar zu sein.

Die Polizeieinsätze bei häuslicher Gewalt haben im Landkreis Göttingen laut Sprecherin Jasmin Kaatz nicht zugenommen. Auch sie weist darauf hin, dass die Beratungsstellen weiterhin erreichbar sind.

Für den Fall von häuslicher Gewalt in einer Quarantänesituation sei die Polizei vorbereitet. Sollte der Täter aufgrund einer konkreten Situation aus der Wohnung verwiesen werden müssen, so werde er in eine andere Unterkunft gebracht, in der die Quarantäne gewährleistet ist.

Angebote für Frauen und Familien

Folgende Hilfsangebote sind unter anderen weiter telefonisch erreichbar: . Frauen-Notruf Göttingen, Tel. 0551/ 4 46 84 . Frauenhaus Göttingen 0551/ 5 21 18 00 . Hilfetelefon „Frauen gegen Gewalt“, Tel. 0 80 00 /11 60 16 . Frauen-Notruf/ Frauenhaus Osterode, Tel. 0 55 22/ 92 07 70 . Mehrgenerationenhaus, Tel. 0 55 41/ 7 52 99, montags bis freitags, von 10 bis 13 Uhr erreichbar.

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