Stadt soll auf Anwohner zugehen

Bebauungsplan Galgenberg Thema im Rat der Stadt Hann. Münden

Armesündergasse im Bereich Galgenberg: Für den Bereich Galgenberg II soll die Stadtverwaltung nun auf die betroffenen Anlieger zugehen. Archiv
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Armesündergasse im Bereich Galgenberg: Für den Bereich Galgenberg II soll die Stadtverwaltung nun auf die betroffenen Anlieger zugehen. Archiv

Die alten Pläne seien überholt, heißt es von der SPD: Für den Bereich Galgenberg II des Bebauungsplans Galgenberg in Hann. Münden hat der Rat nun einen Änderungsantrag beschlossen.

Hann. Münden – So soll in dem genannten Bereich das Umlegungsverfahren ruhen. Zudem soll die Verwaltung die Planung zum Ausbau der Armesündergasse und der Entwässerungskanäle überprüfen, um Kosten zu minimieren. Die Planungsalternativen sollen dann im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt und erörtert werden. Außerdem soll die Verwaltung privatrechtliche Vereinbarungen mit den betroffenen Grundstückseigentümern zur Abgabe benötigter Grundstücksflächen und Erhebung von Erschließungs- und Abwasserbeiträgen treffen.

Wenn Vereinbarungen getroffen werden konnten, soll darüber im Verwaltungsausschuss der Stadt berichtet werden. Weiterhin soll eine Änderung beziehungsweise Anpassung des bestehenden Bebauungsplanes mit einer Herausnahme der Baulandreserve südlich der Armesündergasse und eine Sicherung der ökologischen Wertigkeit der Gartenflächen angestrebt werden. In einem fünften Schritt soll dann das Umlegungsverfahren aufgehoben werden. Zur Begründung des Antrages der SPD-Fraktion erklärte Kurt Koppetsch, dass die Umlegungsplanung vor mehr als 20 Jahren eingereicht worden sei.

Die damaligen Planungen seien aus heutiger Sicht überdimensioniert und daher nicht mehr zeitgemäß, so Koppetsch weiter. Im Stadtentwicklungsausschuss hatte die Verwaltung zuvor auf die weitere Sanierungsbedürftigkeit von Kanälen in dem Bereich hingewiesen. Tobias Dannenberg (CDU) sprach im Rat von einer tragbaren Lösung für Anlieger, von einem transparenten Verfahren, dass auch die Bürger beteilige. Daher befürworte die CDU-Fraktion das Vorgehen und stimmte dem Antrag der SPD-Fraktion zu.

Gegen eine geplante Bebauung am Galgenberg hatte sich 2019 auch eine Bürgerinitiative von Anwohnern gebildet (wir berichteten). Die Unterzeichner, Eigentümer beziehungsweise andere Betroffene wie Mieter, forderten die Stadt damit auf, das „Umlegungsverfahren nicht weiter zu betreiben und den Bebauungsplan nicht umzusetzen“. In einem Umlegungsverfahren, so BI-Sprecher Joachim Urbaczka, werde vermessen und eine Parzellierung der Flächen festgelegt. Ein Großteil der Grundstücksbesitzer, sagt der betroffene Hauseigentümer Lothar Serwaty, wolle Grund und Boden überhaupt nichtverkaufen, hieß es im Jahr 2019. Die Eigentümer befürchteten hohe Erschließungskosten, die von ihnen getragen werden müssten – und das seien, so Joachim Urbaczka, bis zu 90 Prozent der Gesamtkosten. „Ich rechne mit 40 000 bis 50 000 Euro“, meinte Urbaczka. Lothar Serwaty ergänzte: „Die Leute haben von alldem keinen Vorteil.“  (Thomas Schlenz/Axel Welch)

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