Historischer Rundgang durch die Drei-Flüsse-Stadt

Neue Stadtführung „Brühwarm Erzählt“ in Hann. Münden

Reise ins 18. Jahrundert: Stadtführerin Sabine Lohmann über Brauereiregeln und Hochzeiten.
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Reise ins 18. Jahrundert: Stadtführerin Sabine Lohmann über Brauereiregeln und Hochzeiten.

In der Hann. Münden gibt es eine neue Stadtführung mit dem Titel „Brühwarm Erzählt“. Hierbei lässt die Stadtführergilde bei einem historischen Rundgang das barocke Alltagsleben wieder lebendig werden.

Hann. Münden – „Kommt mit Ihr Leut´ durch Mündens Gassen, lasst euch berichten vom „Satansbräu“ und Hochzeitsgeschichten. Vom bangen warten auf den Mann, kommt er, mit Schiff und Ladung, ohne Schaden an? Noch vieles mehr sollt ihr erfahren, was einst hier hat sich zugetragen“.

So macht Gästeführerin Sabine Lohmann von der Stadtführergilde auf eine neue Führung mit Titel „brühwarm erzählt“, neugierig. Bei diesem historischen Rundgang, lässt die „Schepelerin“ eine Schifferfrau, das barocke Alltagsleben wieder lebendig werden.

Stadtführerin in Rolle der Bräutigamsmutter

Die Stadtführung führt die Teilnehmer in die Wochen vor der Hochzeit des Sohnes von Brauer und Schiffer Jobst Schepeler, Bewohner des Hauses Mühlenstraße 10 und heutiges Bremer Handelshaus. Am 20. Juni 1702 heiratete der Schiffer Daniel- Philip Schepeler seine Cousine Marie Elisabeth. In die Rolle der Mutter (Ilsebet Regine Rosenbach) des Bräutigams schlüpft Sabine Lohmann bei den Stadtführungen.

Ihre Kleidung dazu hat sie selber genäht. „Es ist eine feine Mischung von Sehen, Hören und Riechen“, erzählt die Gästeführerin. Sie hat diese Stadtführung selber erarbeitet und zusammengestellt, dazu viel recherchiert, im Archiv gestöbert und im Kirchenbuch geblättert. Es geht zum einen um die Geschichte der Stadt Münden.

Unter anderem um die Fachwerkhäuser, das Rathaus mit beiden Hallen, die St. Blasius-Kirche und auch um die Gilde, die Schifffahrt und den Handel sowie um das Braurecht und die Hochzeitsordnung.

Historische Stadtführung: Riechproben beim Rundgang

Zwischendurch plaudert die Mündener Bürgersfrau auch mal aus dem Nähkästchen über ihr Alltagsleben und Ereignisse aus dem 18. Jahrhundert. So gibt sie den Frauen den Rat, wenn der Mann am Abend nach Hause kommt und sollte Mundgeruch haben, einfach Petersilie zum Zerkauen reichen und schon holt sie aus ihrem Korb ein Sträußchen Petersilie hervor. Zum Entspannen empfiehlt sie Salbei. Auch das damals neue Getränk Kaffee, genannt Satansbräu spielt eine Rolle. Riechproben gibt es zwischendurch.

Mit Redewendungen spickt Sabine Lohmann die Rundgänge, passend zu einigen Situationen. So unter anderem „das Wasser stand bis zum Hals“. Dafür sorgten in der Stadt oft erhöhte Pegelstände. Oder wenn ein Mann getrunken hat, da waren Hopfen und Malz verloren.

Stadtrundgang: Coronaregeln müssen eingehalten werden

Die Teilnehmer müssen einen Mund-Nasenschutz tragen und einen Mindestabstand von 1,5 Meter zu jedem halten, der nicht aus dem eigenen oder einem weiteren Hausstand kommt.

Informationen: Die Kostümführung kann gebucht werden über Hann. Münden Marketing GmbH, Lotzestraße 2, Telefon: 05541/75313, Fax: 05541/75404, info@hann.muenden-marketing.de Die Gruppe kann bis zu 25 Personen groß sein, die Führung kostet 90 Euro.

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