Hann. Mündens Gästeführerinnen

Stadtführung in Hann. Münden: Als ein Gefangener einfach vergessen wurde

Die Gästeführerinnen Eleonore Siefert, Dagmar Bertoschek, Regina Buch, Marie Anne Langefeld, Martina Pakusch und Elfie Berg freuen sich schon auf die Zeit, wenn wieder Stadtführungen stattfinden können.
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Die Gästeführerinnen Eleonore Siefert, Dagmar Bertoschek, Regina Buch, Marie Anne Langefeld, Martina Pakusch und Elfie Berg freuen sich schon auf die Zeit, wenn wieder Stadtführungen stattfinden können.

Eine neue Führung haben die Stadtführerinnen in der Dreiflüssestadt Hann. Münden ausgearbeitet. Dieses Mal geht es um die tragische Geschichte eines Gefangenen, der einfach vergessen wurde. Die Führerinnen hoffen, dass sie bald wieder Gäste begrüßen dürfen.

Hann. Münden – Der 1515 als alter Wehrturm erstmals erwähnte Fangenturm (Kronenturm) war Durchgang zum früheren Hotel Krone. Er diente den herrschaftlichen Mündenern, um dort Menschen festzusetzen. So wurde wohl ein junges Bürschchen im 16. Jahrhundert ins Verlies des Turms, in das sogenannte „Gehorsam“, gebracht. Er bekam nichts zu essen und zu trinken, man hatte ihn einfach vergessen.

Führung in Hann. Münden: „Laternenlicht und Schwarzes Bräu“

Sein Skelett wurde 1849 bei Grabungen gefunden. – Diese Geschichte und noch viele andere Erzählungen aus vergangenen Tagen haben die Gästeführer in eine während der Coronazeit neu konzipierte Führung mit Titel „Laternenlicht und Schwarzes Bräu“, eingebaut. Nun hoffen Eleonore Siefert, Marie Anne Langefeld, Elfi Berg, Martina Pakusch, Regina Buch und Dagmar Bertoschek sehr, dass sie bald wieder zahlreiche Gäste bei den Führungen und Veranstaltungen begrüßen dürfen. „Die neue Stadtführung wird ein ganz besonderes Erlebnis für Touristen und Einheimische werden“, verspricht Marie Anne Langefeld, die diese Idee hatte.

Inspiration stammt aus Einbeck

Inspiriert wurde sie bei einer Nachwächterführung in Einbeck. „Denn Mündens Stadtmauern und ihre Türme haben viel zu bieten“, ergänzt Eleonore Siefert, die Vorsitzende der Stadtführergilde. Unterhaltsam und spannend verpackt, erfahren und erleben die Teilnehmer alte Geschichte und aufregende Geschichtchen aus längst vergessenen Tagen.

Sie hören von Belagerungen und Massakern, von „aufsitzenden“ Häusern, haarsträubenden Skandalen am herzoglichen Hof und einer Scheintoten, vom vergessenen Gefangenen und vom Rattenschwanzfanggeld.

Mit Laternen durch das dunkle Hann. Münden

Die Teilnehmer ziehen mit Laternen, begleitet von einem herzoglichen Wachsoldaten und dem Nachtwächter, entlang an altem Mauerwerk und Türmen. Jede der sechs Gästeführerinnen kann in beide Rollen schlüpfen, Münden im Dunkeln erleben und mit anderen Augen sehen. An Mündens schwarzem Bräu labte sich schon der landgräfliche Hof in Kassel und diese Labung, serviert zu kleinen Köstlichkeiten für den Gaumen, erwartet die Teilnehmer am Schluss dieser Stadtführung.

Um an diese bislang noch unbekannten Geschichten zu gelangen, haben die Frauen viel recherchiert, im Archiv gestöbert, alte Literatur durchgeblättert, mit vielen Menschen aus der Stadt gesprochen. Die Kostüme für diese Führung haben sie sich zusammen gesucht und selber finanziert. (Petra Siebert)

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