Erinnerung an Verstorbene und Vermisste

Stadtkirche Münden feiert Gedenkgottesdienst mit Flüchtlingen

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Zünden eine Kerze für ihre verstorbenen Angehörigen an und für diejenigen, die bei der Flucht gestorben sind oder vermisst werden: Aba Kinfegebriel (links) aus Eritrea und Pastor Andreas Risse.

Hann. Münden. Die Stadtkirchengemeinde Hann. Münden feriert demnächst einen besonderen Gottesdienst: Mit Flüchtlingen wollen sie derjenigen gedenken, die bei der Reise nach Deutschland gestorben sind. 

Jeder, der einen geliebten Menschen verloren hat, weiß, wie schwer Trauer auf einem lasten kann. Schlimmer noch ist die Ungewissheit, ob der geliebte Mensch noch lebt.

Deswegen bereitet sich die Evangelisch-lutherische Stadtkirchengemeinde Münden gemeinsam mit dem Diakonischen Werk Münden auf einen besonderen Gottesdienst vor: In der St. Blasius-Kirche soll am Sonntag, 26. November, ein Gedenk- und Trauergottesdienst für auf der Flucht verstorbene Mitmenschen gefeiert werden.

An diesem ökumenischen Gottesdienst werden auch geflüchtete Menschen aus Hann. Münden teilnehmen – so wie Aba Kinfegebriel.

Der Eritreer hat Geschwister und andere Familienmitglieder verloren, die auf der Flucht in Richtung Europa im Mittelmeer und in der Sahara gestorben sind. Daher sei ihm ein solcher Gottesdienst sehr wichtig. Es sei wichtig, das Thema Flucht wachzuhalten, bekräftigt Pastor Andreas Risse.

„Es kommen nicht mehr so viele Flüchtlinge nach Deutschland wie noch vor zwei Jahren. Dennoch sterben noch viele auf der Flucht“, sagt Risse. Diejenigen, die es geschafft haben und in Deutschland sicher angekommen seien, vermissen viele Angehörige, erklärt der Pastor.

Deswegen wolle man gemeinsam der Vermissten und Verstorbenen an diesem Ewigkeitssonntag gedenken.

„Wir wollen gemeinsam beten und eine Lesung geben. Außerdem werden wir Kerzen in der St.-Blasius-Kirche anzünden und einen Moment in Stille verharren“, umreißt Risse das Programm des Gottesdienstes.

Der Gottesdienst wird in den Sprachen Deutsch, Arabisch und in Tigrinya, das in Äthiopien und Eritrea gesprochen wird, gehalten. Der koptische Bischof Anba Damian aus dem Kloster Brenkhausen (Höxter) wird ebenfalls an dem Gedenkgottesdienst teilnehmen. Geplant sei auch eine symbolische Handlung: Nach dem Gottesdienst wird eine mit Wüstensand gefüllte Urne der Weser übergeben – als Mahnung, sich mit dem Tod von Menschen auf der Flucht nicht abfinden zu wollen.

Zum Gottesdienst sind alle eingeladen, die um einen Menschen trauern, den sie auf der Flucht verloren haben oder nicht vergessen wollen. „Jeder darf teilnehmen“, sagt Pastor Risse – egal, welcher Nationalität oder Konfession.

• Gedenk- und Trauergottesdienst: 26. November, 18 Uhr, St.-Blasius-Kirche Hann. Münden.

Im Anschluss Zeit für Gespräche und Suppe im Corvinushaus, Ziegelstraße 16, in Hann. Münden. Man darf gerne etwas für das Buffet mitbringen.

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