Über das leise Verschwinden der Arten

Städtisches Museum Hann. Münden zeigt Ausstellung zum Thema „Insekten am Limit“

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Wollen auf die Welt der Insekten aufmerksam machen: Barbara Hermanowski und Christiane Schröter-Kunze vor einem Teil der Ausstellung „Insekten am Limit“ im Mündener Stadtmuseum.

Langsam und oft unbemerkt verschwinden viele Arten von ihnen. Dabei sind sie für uns und unsere Umwelt lebensnotwendig. Die Rede ist von Insekten.

Wie wichtig sie für das Ökosystem und für uns Menschen sind und welche Rolle wir beim Insektensterben spielen – darüber informiert die Ausstellung „Insekten am Limit. Das leise Verschwinden der Arten“, im Städtischen Museum in Hann. Münden. Die für April geplante Ausstellungseröffnung wurde wegen der Coronakrise verschoben.

Die Sonderausstellung wird deswegen ab Pfingsten zu sehen sein. Initiiert haben die Ausstellung die beiden Biologinnen Barbara Hermanowski und Christiane Schröter-Kunze. Dabei konnten sie auf Teile der „Ausgesummt“-Ausstellung des Naturkundemuseums Kassel aus dem Jahr 2018 zurückgreifen.

„Wir wollen die Vielfalt und Faszination der Insekten zeigen“, erklärt Christiane Schröter-Kunze.

Mit einem Stereomikroskop können die Besucher am Eingang die Welt der kleinen Tierchen entdecken. Speziell für Kinder gibt es eine Entdeckerwelt mit einer Hörstation für Insektenlieder und Bilderbüchern, darunter der bekannte fünfte Streich von Max und Moritz mit den Maikäfern. „Die spielerische Komponente soll dazu beitragen, dass die jungen Besucher mit ihren Eltern und Großeltern über die Welt der Insekten ins Gespräch kommen und dadurch erkennen, wie nützlich diese Tiere sind“, sagt Christiane Schröter-Kunze. Ziel sei es auch, die emotionale Ebene bei den Besuchern anzusprechen. Ein Film zeigt beispielsweise die Nachrichten aus der Sicht einer Raupe und verdeutlicht damit auf anschauliche Weise die vielfältigen Bedrohungen für Insekten durch menschliche Einflüsse.

Ausstellung von Mündenern für Mündener

Eindrucksvoll ist auch die Windschutzscheibe eines Autos, die zeigt, wie die Insektenzahl in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen hat. Die Ausstellung sei nur durch viel ehrenamtliches Engagement erst möglich geworden, betont Martina Krug vom Städtischen Museum. Das bestätigt Barbara Hermanowski, die sich auch für die Initiative „Münden blüht und summt“ engagiert.

Die Ausstellung sei von Mündenern für Mündener. Exponate, wie ein getrockneter Kuhfladen von einem Bauern aus der Region, steuerten Menschen aus der Umgebung bei. Obwohl es sich um eine Ausstellung handele, die man auch mit den Händen begreifen müsse, achte man auf den nötigen Infektionsschutz. So seien die Bücher in Schutzumschläge eingeschweißt und Exponate würden desinfiziert, sagt Martina Krug. Ab Pfingsten ist die Ausstellung mittwochs bis sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Am Pfingstmontag gibt es eine zusätzliche Feiertagsöffnung von 11 bis 16 Uhr. Mindestens bis zum 14. August bleibt die Ausstellung in Münden – mit Option auf Verlängerung.

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