Herzen müssen weichen

Startschuss für Arbeiten am Rathaus in Hann. Münden

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Hunderte Herzen hängen die Auszubildenden Liana Amoyan und Annika Wallbach (von links) aktuell im Historischen Rathaus ab, fotografieren und archivieren sie.

Die Vorarbeiten für den ersten Bauabschnitt am Historischen Rathaus in Hann. Münden laufen auf Hochtouren.

Möglich wird das durch Geld aus sogenannten KIP-Mitteln, dem Kommunalen Investitionsprogramm, sowie einem Eigenanteil. 1,8 Millionen Euro kostet der erste Abschnitt insgesamt.

Auf den jetzt im Bereich der Lotzestraße beginnenden Bauabschnitt werden diverse weitere folgen. „Schon jetzt ist es notwendig, für die weiteren Bauabschnitte Geld einzuwerben. So soll es auch einen weiteren Versuch geben, beim Fördertopf „Nationale Projekte des Denkmalschutzes“ diesmal hoffentlich erfolgreich teilzunehmen“, teilt Bürgermeister Harald Wegener mit. Über die regionale Unterstützung hinaus wünscht sich Wegener auch eine intensive Begleitung durch die für die Region zuständigen Landes- und Bundespolitiker.

Um den notwendigen Eigenanteil für die Rathaussanierung realisieren zu können, hat Bürgermeister Wegener in einem Anschreiben an Landrat Bernhard Reuter darum gebeten, die Rathaussanierung in Anlehnung an die Unterstützung des Duderstädter Rathauses ebenfalls zu fördern.

Startschuss für die vorbereitenden Arbeiten vor der eigentlichen Sanierung war jetzt im Historischen Rathaus. Unter anderem müssen die Holz-Herzen der Hochzeitspaare für den Umbau vorübergehend aus der Hochzeitsetage weichen. Sie ziehen in einigen Jahren wieder ein. 

Herz um Herz zieht aktuell aus der Hochzeitsetage im historischen Rathaus in Hann. Münden aus, um für die laufenden Vorarbeiten Platz zu machen: Bis 2020 wird im Herzen der Drei-Flüsse-Stadt am ersten Bauabschnitt an einem der Wahrzeichen gebaut. 

Die Herzen müssen weichen: Standesbeamter Roland Graunitz auf der „Hochzeitsebene“.

Die Gesamtkosten werden sich auf 1,8 Millionen Euro belaufen. Dass es in dem jahrhundertealten Bauwerk im Stil der Weserrenaissance überhaupt hunderte Herzen gibt, geht auf den Umstand zurück, dass vor über 20 Jahren Stützbalken im historischen Rathaus installiert werden mussten. An diesen Balken haben sich seit 1994 immer mehr Herzen von frisch verheirateten Paaren gesammelt, die diese in liebevoller Kleinarbeit erstellt haben. 

„Wie viele das sind, wissen wir noch nicht genau“, sagt Standesbeamter Roland Graunitz sagt. Doch genau das wird sich jetzt, wo die Herzen vorübergehend aufgrund der bevorstehenden Sanierungsarbeiten weichen müssen, ändern. Die Auszubildenden Liana Amoyan und Annika Wallbach sind aktuell dabei, die Herzen abzunehmen, zu fotografieren und anschließend zu archivieren. Im Internet soll es dann im Anschluss eine nach Jahrgängen sortierte Galerie geben. Wo genau die Herzen, die über die Region hinaus bekannt geworden sind, nach der mehrere Jahre dauernden Sanierung aufgehängt werden, steht noch nicht endgültig fest. „Sie werden aber dort aufgehängt, wo sie nicht als zusätzliche Brandlast in einem Rettungsweg hängen“, erklärt Graunitz. 

Das sei aktuell der Fall, weshalb die Stadt um Verständnis bittet, dass die Herzen künftig auch wohl nicht mehr am gleichen Ort das Historische Rathaus zieren werden. Trotz der in Kürze startenden Bauarbeiten ändert sich für Menschen, die im Renaissance-Bau heiraten wollen, noch nicht so viel. 

Das Standesamt selbst wird demnächst eine Etage höher ziehen. Beim ersten Bauabschnitt (siehe Artikel unten) bleiben die Trauzimmer aber an ihrem gewohnten Platz. Und nur, weil die überwiegend aus Holz gebastelten Herzen vorübergehend weichen müssen, solle mit dieser Tradition nicht gebrochen werden.

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