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Staufenberger Forderungen zum Projekt „Kurve Kassel“: Mehr Schallschutz an den Schienen

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Von: Thomas Schlenz

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Bahnhof in Speele; Zug fährt über die Schienen
In Speele verläuft die Strecke mitten durch den Ort. Die Speeler kritisieren den Lärmschutz als unzureichend. © Archivbild: Ekkehard Maass

Die „Kurve Kassel“ sorgt für Diskussionen: Aufgrund von mehr Zügen, die über die Schienen fahren sollen, bitten vor allem die Ortsteile Speele und Spiekershausen um mehr Lärmschutz.

Staufenberg/Hann. Münden – Staufenbergs Bürgermeister Bernd Grebenstein hat in einem Schreiben an das Regierungspräsidium Kassel zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen entlang der Bahnstrecke gefordert, die von den Planungen für das Bahnprojekt ,,Kurve Kassel“ betroffen ist.

Dabei geht es um die beiden Staufenberger Ortsteile Speele und Spiekershausen, die an der Strecke liegen. „Durch die Zunahme des Schienenverkehrs werden unsere Orte massiv durch zusätzliche Lärmereignisse betroffen sein.

Die ohnehin durch Bahnverkehr stark belasteten Orte müssen deshalb vor einer weiteren Zunahme an Lärm geschützt werden“, heißt es in der Stellungnahme der Gemeinde für das laufende Raumordnungsverfahren für das Projekt.

Für Speele, dort verlaufen die Schienen mitten durch das Dorf, werden „übergesetzliche Lärmschutzmaßnahmen“ beidseitig der Strecke auf voller Länge des Ortes gefordert. „Des Weiteren soll entlang des Waldfriedhauses eine Lärmschutzwand errichtet werden“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Schallausbreitung zum Ort hin müsse reduziert werden

Für Spiekershausen fordert die Gemeinde Lärmschutzmaßnahmen direkt an der Brücke über die Fulda wie auch entlang der Strecke. Die Brücke bestehe aus einer alten Stahlkonstruktion.

„Dadurch überträgt sich die Schallfrequenz unmittelbar in die Konstruktion. Diese Resonanzeigenschaften führen bereits jetzt zu erheblichen Schallwirkungen zum Ort hin. Die Hochskalierung der Zugzahlen würde diese Situation zusätzlich und unzumutbar für den Ort verstärken“, so die Analyse der Gemeindeverwaltung.

Daraus leitet sie die Forderung ab, dass die Brückenkonstruktion „bestmöglich schalltechnisch saniert wird“.

Die Schallausbreitung zum Ort hin müsse unbedingt reduziert werden, um die Zahl der Züge vertretbar erhöhen zu können. Zusätzlich fordert die Gemeinde entlang der Strecke bei Spiekerhausen Lärmschutzwände „unter Berücksichtigung der zum Zeitpunkt der Planfeststellung gültigen Zugzahlenprognose“.

Zum weiteren Planverfahren heißt es zudem, dass erwartet werde, „dass die Stadt Hann. Münden wie auch unsere Gemeinde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens (Schallschutz) mit berücksichtigt werden.“ Die Stellungnahme der Gemeinde Staufenberg sei in engem Austausch mit Hann. Münden verfasst worden.

Vier bis sechs zusätzliche Züge

Erst vor Kurzem hatte Stefanie Weinert von der Mündener Stadtverwaltung erklärt, dass es in Hann. Münden voraussichtlich keinen gesetzlichen Anspruch auf Lärmschutz im Rahmen des Projektes geben werde. Ob man sich in Berlin für einen zusätzlichen übergesetzlichen Lärmschutz entscheide, sei auch fraglich.

Man hoffe aber, dass Münden angesichts des neuen Projekts mehr in den Blickwinkel der Bahn gerückt werden könne. Die Bahn kalkuliere mit vier bis sechs zusätzlichen Zügen auf der Bestandsstrecke durch die Kasseler Kurve.

Generell werde der Güterschienenverkehr aber zunehmen, da mehr Güter auf die Schiene verlagert werden sollen. „Die Bahn hinkt bei der Lärmaktionsplanung hinterher“, so Weinert.

Variante über Vellmar derzeit Favorit

Die Kurve Kassel soll die Güterverkehrsstrecke von Osten nach Westen verkürzen. Bisher müssen Züge aus Richtung Espenau über Kassel fahren, um weiter Richtung Hann. Münden zu gelangen. Die Kurve ist eine Abkürzung. Die Bahn will damit mehr Güter von den Straßen auf Schienen bringen, um Klimaziele zu erreichen.

Die Variante 4b über Fuldatal/Vellmar wird seit Ende März 2021 favorisiert. Jüngst untersuchte die Bahn mithilfe von Bodenbohrungen den Untergrund. (vsa)

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