Diffuse Lage – keine Hotspots

Steigende Corona-Infektionszahlen in Hann. Münden

Luftaufnahme der historischen Innenstadt von Hann. Münden 2020.
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In Hann. Münden steigen die Infektionszahlen mit dem Coronavirus stark an.

Hann. Münden – Die Zahl der mit dem Coronavirus Infizierten und die lokale 7-Tage-Inzidenz für Hann. Münden ist in den vergangenen Tagen deutlich gestiegen. Gestern betrug die lokale Inzidenz 279,1.

Das ist derzeit der höchste lokale Wert im gesamten Landkreis Göttingen. 106 Menschen galten gestern in der Dreiflüssestadt als aktuell infiziert. Insgesamt haben sich in Hann. Münden seit Beginn der Pandemie 789 Menschen infiziert.

Viele Menschen in der Region sind besorgt, Leser fragen nach Ursachen und Ursprungsorten der vielen Infektionen in der Stadt. Der Landkreis verweist auf die Persönlichkeitsrechte der Betroffenen (wir berichteten). Im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt Hann. Mündens Bürgermeister Harald Wegener, dass es keine besonderen einzelnen Infektionsschwerpunkte, etwa in Unternehmen oder in Schulen und Kitas, gebe.

Vielmehr komme die hohe Zahl durch eine Vielzahl von unabhängigen Infektionsfällen zusammen. Es sei ein diffuses Infektionsgeschehen, das mehrere Bereiche des täglichen Lebens und auch mehrere Ortsteile umfasse. Das habe ihm Petra Broistedt, die in Göttingen als Dezernentin für das Gesundheitsamt zuständig ist, versichert. Wolle man genauer darstellen, wo die einzelnen Infizierten seien, müsse man die Namensliste der Infizierten veröffentlichen. Es sei aber aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht möglich und auch nicht redlich, einzelne Menschen an den Pranger zu stellen. Vielmehr richtete Wegener einen Appell an die Bevölkerung, die Gefahren des Virus trotz voranschreitender Impfungen ernst zu nehmen.

Bürgermeister appelliert, Coronaregeln einzuhalten

„Wir müssen weiter die Hygieneregeln einhalten und Maske tragen“, betonte Wegener. Das gelte insbesondere bei Kontakten im privaten Umfeld. Es sei nicht zu viel verlangt, Rücksicht zu nehmen. Sollten die Zahlen steigen, werde er restriktivere Maßnahmen vorschlagen. Er tue sich aber schwer, beispielsweise für eine Schließung von Schulen oder Kitas zu plädieren. „Es darf nicht sein, dass einige meinen, die Regeln nicht mehr ernst nehmen zu müssen.“

Das Infektionsgeschehen in Hann. Münden sei diffus, teilt Dominik Kimyon, Sprecher der Stadt Göttingen, der auch für das Gesundheitsamt zuständig ist, mit. Infektionsherde oder Hotspots seien aber nicht auszumachen. Vereinzelt seien auch Schulen und Kitas betroffen. Um welche genau es sich handele, teilte der Sprecher nicht mit. Unter älteren Menschen beispielsweise in Altenpflegeheimen gebe es aber aktuell dank der Impfungen keine Häufungen.

Derzeit keine Zusammenhänge zwischen Infektionen erkennbar

Anhaltspunkte für mögliche Zusammenhänge der Infektionen seien bei der Kontaktnachverfolgung, bislang nicht auffällig; abgesehen von Infektionen, die beispielsweise von einem infizierten Ehepartner auf den anderen beziehungsweise von einem Elternteil oder Kind auf den Rest der Familie übertragen würden. Damit war am Montag klar, dass es in Hann. Münden keine Corona-Hotspots gibt.

Am Sonntag war die Informationslage noch ziemlich undurchsichtig. Ein Sprecher hatte nur mitgeteilt, dass der Landkreis aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes keine Angaben zu einzelnen Einrichtungen oder „gar Personen“ machen könne. „Wäre dies aus Gründen des Infektionsschutzes erforderlich, würden wir das tun. Dies ist hier aber nicht der Fall, erforderliche Maßnahmen sind ergriffen.“

Bürgermeister Harald Wegener erklärte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass die Verwaltung gerade daran arbeite, die Testkapazitäten für Hann. Münden weiter hochzufahren. Angedacht sei ein weiteres Testzentrum in der unteren Rathaushalle. Möglicherweise würden dadurch zwar noch mehr positive Fälle erkannt und die Inzidenz weiter steigen, allerdings werde so auch die Dunkelziffer an unerkannt Infizierten reduziert.

Landkreis Göttingen: Inzidenzwert bei 87,7

Auch für Montag lag der vom Robert-Koch-Institut für den Kreis Göttingen ermittelte Inzidenzwert nach Angaben des Landkreises Göttingen bei 87,7. Er basiert auf den für Sonntag erhobenen Zahlen. Neue Zahlen für Montag lagen noch nicht vor. 599 Menschen waren im Landkreis Göttingen mit dem Coronavirus infiziert. Die Gesamtzahl der bestätigten Covid-19 Fälle im Kreis beträgt 7453. Davon gelten 6610 Menschen als wieder genesen, 244 Menschen sind gestorben. ems

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