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Mündener Amtsgericht verurteilt Autobahn-Rüpel zu Geldstrafe von 1800 Euro

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Von: Ekkehard Maass

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Tatort Autobahn: Immer wieder kommt es dort zu gefährlichen Situationen, weil Autofahrer sich nicht an die Regeln halten (Symbolbild).
Tatort Autobahn: Immer wieder kommt es dort zu gefährlichen Situationen, weil Autofahrer sich nicht an die Regeln halten (Symbolbild). Archiv © Helmut Krischmann

Das Amsgericht Hann. Münden hat einen 58-Jährigen wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Geldstrafe von 1800 Euro verurteilt.

Hann. Münden – Wer im Straßenverkehr unterwegs ist, kennt sie alle: die Drängler, die Rechtsüberholer und die, die vor einem so knapp einscheren, dass man voll abbremsen muss.

Jetzt musste sich ein solcher Autofahrer vor dem Mündener Amtsgericht verantworten, ein 58-jähriger Vielfahrer, der für einen Kurierdienst arbeitet und bis dahin noch nie negativ aufgefallen ist. Ein bedrängter Pkw-Fahrer hatte ihn angezeigt.

Das Amtsgericht verurteilte ihn wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Geldstrafe von 1800 Euro, teilte Matthias Thielbeer, Direktor des Mündener Amtsgerichts, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Das Ganze ereignete sich im August vergangenen Jahres gegen 18 Uhr im dichten Feierabendverkehr auf der Autobahn 7 bei Hedemünden in Höhe des Parkplatzes Hackelberg. Der Kurierfahrer war mit seinem Transporter vom Typ VW Crafter auf dem Weg in den Feierabend und fuhr auf der linken der drei Fahrspuren in Richtung Kassel. Vor ihm war ein Pkw mit Tempo 120/130 Stundenkilometern unterwegs, besetzt mit einem Paar aus Göttingen auf der Fahrt in den Urlaub.

Das war dem Kurierfahrer offenbar zu langsam, und er fuhr auf und blinkte nach links, um zu signalisieren, dass der Fahrer des Pkw die Spur freigeben soll. Als der das nicht tat, wechselte der 58-Jährige mit seinem Transporter auf die mittlere Spur. Als er freie Fahrt hatte, setzte er rechts zum Überholen an. Auf gleicher Höhe zeigte er in Richtung des Pkw noch die Scheibenwischer-Geste, um dann nach links auf die linke Spur zu wechseln. Zu diesem Zeitpunkt habe sich das Heck seines Transporters aber noch in Höhe der Front des Pkw befunden, so Richter Thielbeer. Wenn der Fahrer nicht sofort reagiert und scharf gebremst hätte, wäre es zum Unfall gekommen.

Zugleich habe er seinen Wagen nach links gelenkt und sei dabei leicht ins Schlingern gekommen. Der Bremsvorgang, so Thielbeer, sei so heftig gewesen, dass die Sicherheitsgurte blockiert hätten. Nur mit viel Glück sei es nicht zu einem Unfall gekommen. Der Kurierfahrer bestritt, dass dies notwendig gewesen sei. Er sagte vor Gericht, dass er weit genug an dem Wagen vorbeigefahren sei.

Mit seinem Urteil ahndete das Gericht nach Thielbeers Angaben zwei Taten des Angeklagten. Er habe vorsätzlich falsch rechts überholt, und beim Überholen Leib und Leben der Menschen in dem Pkw fahrlässig gefährdet. Neben der Geldstrafe, sie setzt sich aus 40 Tagessätzen zu je 45 Euro zusammen, berechnet nach seinem Einkommen als Kurierfahrer, belegte das Gericht den 58-Jährigen mit einem einmonatigen Fahrverbot. Es hatte davon abgesehen, ihm den Führerschein zu entziehen. In den Monaten, die seit der Tat vergangen seien, habe der Mann sich nichts mehr zuschulden kommen lassen, obwohl es sehr viel fahre, so Richter Thielbeer.

Zugunsten des Angeklagten habe zudem gesprochen, dass er geständig war und bis dahin strafrechtlich nicht aufgefallen sei. Außerdem habe er Reue gezeigt und sich entschuldigt. Die Scheibenwischer-Geste, sie gilt als Beleidigung, ist in das Urteil nicht mit eingeflossen. (Ekkehard Maass)

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