Drei von vier Banken setzen auf Verwahrentgelte

Altkreis Hann. Münden: Strafzinsen im Kreis Göttingen längst salonfähig

Strafzinsen sind auch im Altkreis Münden nicht mehr ungewöhnlich.
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Strafzinsen sind auch im Altkreis Münden nicht mehr ungewöhnlich. (Symbolbild)

Strafzinsen, oder Verwahrentgelte, wie sie von Banken häufig genannt werden, sind bei den Geldinstituten in der Region zunehmend salonfähig.

Altkreis Münden - Drei von vier Banken haben sie bereits eingeführt, überwiegend allerdings für Neukunden: Die VR-Bank in Südniedersachsen erhebt Gebühren in Höhe von 0,5 Prozent auf Einlagen über 100 000 Euro für Neukunden. Die Bank dementierte die Beschwerde eines Kunden, die unserer Redaktion vorliegt, wonach Konten von Bestandskunden mit hohen Einlagewerten gekündigt worden seien. Bei Bestandskunden strebe die Bank stattdessen „einzelvertragliche Vereinbarungen“ an, über die man im Detail aber keine öffentliche Auskunft geben werde. Die Bank setze sich mit den Kunden zusammen, um über die Vermögensstruktur als Ganzes zu sprechen.

Die Volksbank Kassel-Göttingen erhebt seit 1. Mai 2021 Verwahrentgelte in Höhe von minus 0,5 Prozent auf Einlagen. Die Bank gewähre aber großzügige Freigrenzen, teilte ein Sprecher mit: „So haben wir für Mitglieder unserer Genossenschaft einen Freibetrag in Höhe von 100 000 Euro eingeräumt, für Nicht-Mitglieder 50 000 Euro, sowie weitere 10 000 Euro auf das Girokonto“, so das Unternehmen.

Darüber hinaus könnten für Anlagekonten individuell mit jedem einzelnen Kunden vereinbarte Freibeträge gelten, die sich am Geschäftsumfang orientierten, hieß es. Bei Kundengesprächen stoße die Bank auf Verständnis und Gesprächsbereitschaft. Die Commerzbank, die ebenfalls in Hann. Münden vertreten ist, erklärte, dass ab dem 1. August für Neukunden Freibeträge von 50 000 Euro bei der Bank gelten. Darüber werde ein Verwahrentgelt in Höhe von 0,5 Prozent erhoben. Bei Bestandskunden würden Vereinbarungen individuell im Kundengespräch besprochen.

Die Sparkasse Göttingen gibt an, bislang auf Verwahrentgelte zu verzichten: „Es werden bei der Sparkasse Göttingen grundsätzlich keine Verwahrentgelte für Spareinlagen oder auf Girokonten erhoben. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es schon seit Jahren erheblicher Anstrengungen bedarf, um die Weitergabe der Negativzinsen der EZB an die Privatkunden zu verhindern“, so der Vorstandsvorsitzende Rainer Hald. Natürlich müsse aber auch die Sparkasse Göttingen die weitere Entwicklung und dabei insbesondere das Verhalten der Wettbewerber beobachten. (Thomas Schlenz)

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