HNA-Volontär unternahm Selbstversuch

Auf Streife mit der Wasserschutzpolizei: Sicherheit auf den Flüssen

+
Leiter der Wasserschutzpolizei Kassel: Alexander Lorch hat mit drei Kollegen die Werra, Fulda und Weser im Bereich um Hann. Münden fest im Blick. Seit 2012 ist die Wasserschutzpolizei Hessen auch für den Abschnitt in Südniedersachsen zuständig.

Hann.Münden. HNA-Volontär Maximilian Bülau fuhr auf einem Boot der Wasserschutzpolizei mit. Dabei hat er gelernt, auch auf Schiffen gibt es eine Promillegrenze.

Die Hessen 451 schaukelt, als ich den linken Fuß an Bord setze. „Das ist unser kleinstes Boot“, erklärt mir Alexander Lorch, Leiter der Wasserschutzpolizei Kassel. „Wir haben noch zwei weitere, die meistens fest in Kassel und Bad Karlshafen liegen.“ Ich begleite Lorch und seinen Kollegen Udo Hölzel auf einer Streifenfahrt.

Oft am Wochenende im Einsatz: Da an den freien Tagen die meisten Leute auf dem Wasser unterwegs sind, müssen Udo Hölzel (links) und Alexander Lorch zu dieser Zeit vermehrt auf Streife sein.

Seit 2012 ist die Wasserschutzpolizei Hessen auch für den Bereich der Flüsse um Hann. Münden zuständig. Früher gab es zwei Beamte der niedersächsischen Wasserschutzpolizei, die in Hann. Münden stationiert waren, dann wurde das Gebiet aus Hameln und schließlich aus Nienburg versorgt. Mittlerweile ist nun Hessen zuständig. „Das ist konstruktiv und macht Sinn. Hann. Münden ist durch die Lage ein Sonderfall“, sagt Lorch.

„Viele denken, dass die Schifffahrt der letzte rechtsfreie Raum ist. Aber auch hier gilt die 0,5-Promille-Grenze, auch für Paddelboote.“

Wir legen ab. Ich spüre den milden Fahrtwind in meinem Gesicht und kleine Wassertropfen, die durch die aufkommenden Wellen in das Boot und auf meine Haut spritzen. „Insgesamt sind wir für 242 Stromkilometer zuständig: auf der Fulda bis nach Mecklar, auf der Werra bis nach Treffurt und auf der Weser bis nach Bad Karlshafen“, erklärt Lorch.

So funktioniert die Schleuse: Hann. Münden hat noch eine personalbesetzte Schleuse. Von dort wird die Freigabe für die Fahrt in die Schleuse erteilt. Das Boot muss an den Rand gelenkt und dort festgemacht werden. Dann füllt sich die Schleuse mit Wasser. In Hann. Münden gibt es zudem eine Drehbrücke, die zur Seite schwenkt, danach ist der Weg zur Weiterfahrt frei.

Um für Sicherheit und Ordnung auf den drei Flüssen zu sorgen, ist der Leiter der Wasserschutzpolizei mit seinen Kollegen Udo Hölzel, Kai Scholl und Ralph Herbold oft am Wochenende unterwegs: „Wir sind im Einsatz, wenn die Leute frei haben. Dann ist auf dem Wasser etwas los.“

Wir passieren die Schleuse in Hann. Münden und es geht weiter in Richtung Bonaforth. „Zu Berg, also gegen die Strömung, sind hier zwölf km/h erlaubt, zu Tal, also mit der Strömung, 18 km/h“, sagt Lorch. Und auch auf dem Wasser wird geblitzt. Die Wasserschutzpolizei hat zwar keine festen Blitzer, aber die Polizisten haben eine Laserpistole, mit der die Geschwindigkeit der Schiffe gemessen wird. „Am Blitzer-Marathon haben wir nicht teilgenommen. Wir haben aber darüber nachgedacht“, erzählt Alexander Lorch lachend.

Alkohol ist laut Lorch auch auf den Flüssen ein Problem: „Viele denken, dass die Schifffahrt der letzte rechtsfreie Raum ist. Aber auch hier gilt die 0,5-Promille-Grenze, auch für Paddelboote.“

Die Hauptaufgaben der vier Beamten liege aber darin, die Papiere von Personen und Fahrzeugen zu kontrollieren, Gefahren für den Schiffsverkehr zu erkennen, aber auch bei Unfällen auf dem Wasser müsse man vor Ort sein. Dazu kämen Personensuchen, Hochwasserschutz und auch Dinge, wie die Pflege der Boote.

Aber auch die übliche Aktenarbeit, das Erstellen von Einsatzplänen und Vernehmungen stünden auf der Tagesordnung.

Zum Abschluss meiner ersten Streifenfahrt überprüfen wir noch die Papiere eines Anglers - es ist alles in Ordnung. Wenige Minuten später setze ich meinen linken Fuß wieder an Land.

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.