Baubeginn nun erst für 2021 im Blick

Streit um Weserbrücke in Hann. Münden

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Um die Weserbrücke in Hann. Münden gibt es Streit.

Eigentlich hätte in diesem Jahr mit dem Neubau der Weserbrücke in Hann. Münden begonnen werden sollen. Doch daraus wird nichts. 

Den diesjährigen Baubeginn sahen die Planungen der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr noch im Sommer 2018 vor.  Der Neubau der Brücke ist notwendig, weil das alte Bauwerk aus dem Jahr 1961 marode ist. 

2021 sollte die neue Brücke fertig sein. Wann nun tatsächlich mit dem Bau begonnen werden kann und in welcher Form, hängt auch vom Niedersächsischen Oberverwaltungsgericht in Lüneburg ab. Dort ist eine Klage des Mündener Bauvereins gegen den Planfeststellungsbeschluss des Landkreises Göttingen anhängig. Wann das Gericht darüber entscheidet, ist noch unklar. 

"Wir warten auf einen Termin"

„Wir warten auf einen Termin“, sagt Jörg Wieland, Geschäftsführer und hauptamtliches Vorstandsmitglied des Bauvereins. Der Bauverein befürchtet durch die jetzigen Planungen, die neue Brücke neben der bisherigen in Richtung Gimte zu bauen und danach die alte Brücke abzureißen, eine erhebliche Mehrbelastung durch Lärm für seine Mieter, die in einem in unmittelbarer Nachbarschaft stehenden mehrstöckigen Gebäude mit 20 Mietwohnungen an der Veckerhäger Straße 66/68 wohnen. 

Zudem, so Wieland, würde nach den jetzigen Plänen für den Neubau auch eine Fläche des Bauvereins benötigt, die dieser aber nicht abgeben möchte. Der Bauverein schlägt vor, die neue Brücke neben der jetzigen zu bauen und sie nach dem Abriss der bisherigen Brücke auf den Platz der alten zu schieben, wie beim Weserprojekt in Bad Karlshafen. 

Über die Brücke verlaufen Bundesstraßen

Gegen diese Variante wendet die Landesbehörde ein, dass dadurch die Brücke zeitweise nicht mehr für den Verkehr und vor allem nicht mehr als Umleitungsstrecke für die Autobahn 7 zur Verfügung stehen würde. Über die Brücke verlaufen die Bundesstraßen 3 und 80. Die Umleitung soll auf jeden Fall zur Verfügung stehen, so Rüdiger Sump, Sachgebietsleiter Straßenentwurf.

 Sollte das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht in Lüneburg den Planfeststellungsbeschluss für den Neubau der Weserbrücke in Hann. Münden bestätigen und der Mündener Bauverein mit seiner Klage unterliegen, hat die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr nun einen möglichen Baubeginn im Januar 2021 im Blick.

Geh- und Radwege sind vorgesehen

Vorher seien Baumfällarbeiten nötig, die in diesem Zeitplan dann für den Herbst 2020 vorgesehen seien. Derzeit würden die Ausführungsunterlagen für die beiden Kreisverkehrsplätze, über die künftig der Verkehr auf und von der Brücke fließen soll, und der Brückenentwurf erstellt, teilte Ulrich Schormann vom Fachbereich Ingenieurbauwerke der Landesbehörde mit.

Nach der derzeitigen Planung soll die neue circa 220 Meter lange und etwa 15 Meter breite Brücke neben dem bestehenden Bauwerk stromabwärts gebaut werden. Vorgesehen sind Geh- und Radwege an beiden Seiten und jeweils eine Fahrspur für den Autoverkehr. Bisher gibt es in beide Richtungen zwei Fahrspuren, von denen jeweils eine eine Abbiegespur ist. Diese seien künftig nicht mehr nötig, weil der Verkehr dann an beiden Seiten über Kreisverkehre läuft.

Während der Bauzeit, die auf etwa zwei Jahre veranschlagt wird, steht die alte Brücke weiterhin für den Verkehr zur Verfügung. Sie wird abgerissen, wenn die neue Brücke fertig ist. Das Bauwerk ist Teil der Bundesstraßen 3 und 80, über die auch der Umleitungsverkehr läuft, wenn die Autobahn 7 gesperrt ist. 

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