Feuerwehr musste zum Löschen Strom abstellen

Feuer in Umspannwerk Hann. Münden: Anwohner berichten von Stromblitzen

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Hann. Münden. Nach einer Verpuffung am Umspannwerk Hann. Münden hat es dort am Montagabend gebrannt. In Teilen der Stadt und in einigen Orten drumherum gab es keinen Strom.

Aktualisiert um 20.19 Uhr. Ursache für den Brand war laut EAM eine der beiden 110-KV-Leitungen des Netzbetreibers Avacon, die in das Umspannwerk der EAM führen. An dieser Leitung war ein Isolator explodiert. Damit die Feuerwehr an dem EAM-Umspannwerk am Ortsausgang Hann. Mündens löschen konnte, musste der Strom abgestellt werden. Deshalb gingen gegen kurz nach 18 Uhr die Lichter in einigen Teilen Mündens und in Reinhardshagen aus.

Das traf auch einen Supermarkt in der Mündener Altstadt: Weil die automatischen Türen wegen des Stromausfalls nicht funktionierten, waren Kunden kurzzeitig eingeschlossen.

Anwohner des Umspannwerkes berichteten von mehreren lauten Knallen und Stromblitzen, dann brannte es. Das war gegen 17.30 Uhr. Die Rauchwolke war auch aus der Weite zu sehen.

Die B80 zwischen Hann. Münden und Reinhardshagen war wegen des Einsatzes voll gesperrt. Die Polizei hatte den Brandort in der Veckerhäger Straße weiträumig abgesperrt. Von der Drehleiter aus bekämpften Feuerwehrleute die Flammen im Dach des Umspannwerks von Energienetz Mitte, eine Tochtergesellschaft der EAM. Insgesamt waren 47 Brandschützer der Kernstadtfeuerwehr Hann. Münden und der Feuerwehr Gimte im Einsatz.

Stadtbrandmeister Dieter Röthig berichtete, dass die Feuerwehr beim Eintreffen starken Funkenflug vorfand. Die Funken hätten bis auf die Dachhaut durchgeschlagen. Die Brandschützer hätten zunächst nicht löschen können, weil auf der 110-kV-Leitung Strom war. Nach Rücksprache mit Mitarbeitern der Energienetz Mitte sei der Strom abgeschaltet worden. Betroffen davon waren Einwohner in der Kernstadt Hann. Münden, in Hedemünden, Hemeln, Scheden und in Reinhardshagen.

Mit einem Schlag gingen alle Lichter und Bildschirme aus: Nichts ging mehr, auch in der Redaktion der Mündener Allgemeinen. Kein Kontakt über Handy, kein Zugang zum Internet, einzig das Festnetztelefon blieb nutzbar.

Kalt erwischt hatte es auch diejenigen, die im Discounter in der Altstadt ihre Feierabend-Einkäufe erledigten: Nachdem die elektronischen Türen sich geschlossen hatten, sammelte sich eine ratlose Gruppe vor der Tür: Es kam erst mal keiner hinein und heraus. Ampeln blieben dunkel. Gäste in Restaurants mussten sich in Geduld üben. Über eine Stunde war der Strom weg. Dann war der Spuk so plötzlich vorbei, wie er gekommen war.

Bürgermeister Harald Wegener und der Leiter des Bereichs Sicherheit und Ordnung der Stadt Hann. Münden, Jürgen Liebrecht, hatten sich unterdessen ein Bild von der Lage gemacht. Ein Rettungswagen mit Besatzung war vor Ort, ebenso Brandermittler der Polizei. Nachdem die Feuerwehrleute die Flammen vom Korb der Drehleiter aus mit Schaum gelöscht hatten und der Brand unter Kontrolle war, gingen Einsatzkräfte unter Atemschutz in das Gebäude und machten Aufnahmen mit der Wärmebildkamera. Als die Feuerwehr grünes Licht gab, gingen Techniker der Energienetz Mitte in das Gebäude, um den Schaden zu begutachten. 

Gegen 19.20 Uhr hatten zumindest Einwohner in der Kernstadt wieder Strom. Es gingen aber nicht alle Bereiche gleichzeitig wieder ans Netz. Wann überall die Versorgung wieder stand, war bei zum späten Abend unklar.

Feuer im Umspannwerk Hann. Münden: Stromausfall

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