Es braucht intelligente Systeme

Stromnetz im Kreis Göttingen stabil genug für Elektroautos

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Das Stromnetz im Kreis Göttingen reicht aktuell für die leicht steigende Anzahl an Elektroautos aus.

Die Stromnetze in den Städten und Gemeinden im Landkreis Göttingen müssen wegen der steigenden Anzahl zugelassener Elektroautos nicht ausgebaut werden.

Das teilt EAM-Sprecher Jörg Krell auf HNA-Anfrage mit. „Der Anteil von Elektrofahrzeugen steigt nur langsam an. Selbst wenn immer mehr Menschen auf ein Elektrofahrzeug umsteigen würden und dieses zuhause laden möchten, würde die benötigte Strommenge im Hinblick auf die Netzstabilität nur unwesentlich steigen“, sagt Krell.

Im ländlichen Raum würde im Schnitt zwischen zehn und 50 Kilometer pro Tag mit dem Auto gefahren. Somit müsse die Batterie in der Regel nicht täglich komplett geladen werden. Krell vergleicht: „Mit dem Strom, den ein Backofen in etwa 90 Minuten verbraucht, kann man rund 100 Kilometer mit dem E-Auto fahren.“

Eine Herausforderung für das Netz wird laut Krell die beim Laden zeitgleich benötigte Leistung sein, wenn beispielsweise abends nach der Arbeit viele E-Auto-Besitzer laden würden. „Dafür sind intelligente Systeme notwendig, die das Aufladen der Fahrzeuge über die Nacht hinweg steuern und somit Lastspitzen vermeiden“, sagt Krell.

Das bestätigt auch Marc Pfütz von den Hann. Mündener Versorgungsbetrieben (VHM). „Viele Wohnquartiere aus den 50ern, 60ern und 70ern wurden natürlich nicht auf die Herausforderung der E-Mobilität ausgelegt“, sagt Pfütz.

Durch die Digitalisierung gebe es aber entsprechende Lösungen, um Lastspitzen im Stromnetz zu vermeiden: Als Wandladestation befestigte Anschlüsse für Elektro-Autos („Wallboxen“) könnten untereinander kommunizieren. So zum Beispiel, wenn viele Parteien eines Mehrfamilienhauses oder eines Straßenzuges gleichzeitig ihre Elektro-Autos laden wollen. Die Ladestationen planen dann, ob die Fahrzeuge mit verminderter Leistung oder einfach hintereinander geladen werden, um das Netz nicht zu belasten.

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