Schwierige Herbstaussaat 

Südniedersachsen: Trockenheit beeinflusst Rapsfelder

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Gelbe Farbtupfer zieren die Landschaft: Wenn der Raps in der vollen Blüte steht, ist er, wie hier bei Jühnde, ein Hingucker.

Die Trockenheit hat der Ernte aller wichtigen landwirtschaftlichen Nutzpflanzen in Niedersachsen ihren Stempel aufgedrückt. Probleme gibt es nun auch mit der Herbstaussaat. 

Nach Umfragen des Niedersächsischen Landesbauernverbandes gebe es nun auch Probleme mit der Herbstaussaat: Betroffen seien der Winterraps und Zwischenfrüchte wie Ölrettich und Schwarzer Senf.

Bereits die Bodenbearbeitung sei für die Landwirte wegen der Trockenheit problematisch. „Der Pflug kann den Ackerboden nicht ausreichend wenden und mischen, sondern produziert nur Pulver oder – auf tonigen Böden – dicke Kluten (Erdbrocken, Anm. d. Red.)“, sagt Landvolkvizepräsident Ulrich Löhr.

Dass auch in Südniedersachsen dringend auf Regen gewartet wird, bestätigt Achim Hübner vom Kreisbauernverband Göttingen. Der früh gedrillte Raps sei gekeimt und aufgelaufen, wenn nicht bald nennenswerter Niederschlag komme, werde der Raps vertrocknen.

Experten empfehlen spätsaatverträgliche Sorten

„Jede Bodenbearbeitung muss gut überlegt sein, da sie immer Feuchtigkeit kostet“, sagt Hübner. Auch bis zur Getreideernte sei es viel zu trocken gewesen, der wenige Regen habe jedoch für akzeptable Mengenerträge gereicht. „Insbesondere mit Blick auf andere Regionen sollten wir mit der Getreideernte sehr zufrieden sein“, sagt Hübner.

Experten vom Landesbauernverband empfehlen wegen der Trockenheit spätsaatverträgliche Sorten, die auch in der ersten Septemberdekade noch ausgesät werden können. Hoffnung würden die Landwirte auf neuere Sorten setzen, die sich in den bisherigen Versuchen als recht überzeugend präsentiert hätten. 

Für Achim Hübner ist das aber auch immer ein Lotteriespiel: Wenn es dann feucht genug zum Keimen und im Anschluss lange genug Zeit bleibe zum Wachsen, dann würden sich solche Sorten empfehlen. 

Der Raps müsse zum Winter das Sechsblattstadium erreicht haben, ansonsten friere er „kaputt“. In der Region habe man mit Blick auf die Dürre aber noch Glück gehabt, allerdings auf „sehr trockenem Niveau“.

Eine Internetbörse gegen die Tierfutternot

Die Trockenheit macht den Rinderhaltern laut der Landwirtschaftskammer Niedersachsen auch in diesem Jahr zu schaffen: Vielerorts wird das Futter knapp. Maisbestände und Grünland hätten wegen des fehlenden Niederschlags zum Teil Schaden genommen. 

Bereits im vergangenen Jahr wurde auf Initiative der Landwirtschaftskammer die Grundfutterbörse ins Leben gerufen. 

Im Internet können Betriebe aus Niedersachsen, die mehr Grundfutter produzieren als sie selbst verbrauchen, kostenlos ihre Mengen an Gras- und Maissilage sowie Heu und Stroh denen anbieten, die aktuell auf der Suche nach Futter für ihre Tiere sind.

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