Niedersächsische Landesforsten

Svenja Schmidt ist neue Försterin im Revier Mollenfelde

Svenja Schmidt ist neue Försterin im Revier Mollenfelde.
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Svenja Schmidt ist neue Försterin im Revier Mollenfelde.

Svenja Schmidt aus Oberrieden ist Försterin im neu strukturierten Revier Mollenfelde. Das Gebiet erstreckt sich auf 1900 Hektar und ist zu 80 Prozent Naturschutzgebiet. Ihre Hunde sind auf das Aufspüren bestimmter Insekten trainiert.

Mittelalter Mann mit Lodenmantel, Filzhut, Gewehr und Dackel. Wer solch ein althergebrachtes Bild von einem Förster im Kopf hat, muss umdenken. Die Modernisierung – Funktionsjacke statt Loden und Cappy statt Hut – sowie der Generationswechsel in den Förstereien im Altkreis Münden geht weiter. Die Förster werden jünger – und weiblicher.

Immer mehr Frauen – wie etwa im Mündener Stadtwald – sind heute im Forst zu finden, der noch vor 30 Jahren als reine Männerdomäne galt. Jüngstes Beispiel ist die Übergabe des Staffelstabes der Försterei Mollenfelde von deren langjährigen Förster Hans-Wilhelm Hänel an seine Nachfolgerin Svenja Schmidt. Durch den Neuzuschnitt und die Umorganisation der Reviere ist die 42-Jährige jetzt für fast 1900 Hektar Landesforsten zwischen Meensen und Mollenfelde, dem Leinholz und den Brackenberg sowie dem Nonnenholz in Staufenberg am Umschwang zwischen Kleinalmerode und Nieste, weiterhin den Ossenberg bei Dransfeld zuständig.

Geboren im hessischen Odenwald ist Schmidt in Stadtoldendorf im Landkreis Holzminden aufgewachsen. Aus einer forstlichen Familie stamme sie zwar nicht, sei aber seit frühster Kindheit natur- und vor allem insektenbegeistert gewesen.Doch um erstmal „etwas Vernünftiges“ zu lernen, wie sie sagt, vor dem Hintergrund der schlechten Jobaussichten im Forst Ende der 90er-Jahre, machte sie nach dem Abi zunächst eine Ausbildung zur Zahntechnikerin und war dann bei der Bundeswehr einige Jahre Soldatin.

Försterin Svenja Schmidt: Leidenschaft für Insekten und Naturschutz

Sie gab dann ihrer Passion für die Natur freien Lauf und schrieb sich zum Studium der Forstwirtschaft in Göttingen ein. Schon dort legte sie einen Schwerpunkt auf den auch im Wald immer wichtiger werdenden Naturschutz. Ihrer Begeisterung für Insekten blieb sie treu und schrieb ihre Bachelorarbeit über den Asiatischen Laubholzbockkäfer. Dieser aus Ostasien eingeschleppte Käfer kann große Schäden an Holz anrichten. Schmidt lotete in ihrer Arbeit aus, wie mit dem Geruchssinn von speziell ausgebildeten Hunden den Käfern aufgespürt werden kann.

An diese Arbeit knüpfte Schmidt, die selbst einen Belgischen Schäferhund und einen Irischen Terrier als Insektensuchhunde ausgebildet hat und führt, in ihrer Masterarbeit an: Dort untersuchte sie, wie sich die Hunde zum Aufspüren vom extrem seltenen und bedrohten Eremit oder Juchtenkäfer (diese Art verzögerte unter anderem den Weiterbau von Stuttgart 21) eignen.

„Die männlichen Käfer sondern Duftstoffe ab, die sogar der Mensch riechen würde, wenn er sie unter der Nase hätte. Der Name Juchtenkäfer verweist ja schon auf das Leder und dessen speziellen Geruch. Die Hunde lernen durch Übungen mit Belohnungen, bereits bei Spuren diese Gerüche zu lokalisieren und durch Bellen oder Kratzen anzuzeigen.“ Die Arbeit mit den Hunden ist heute auch neben ihrem Job als Försterin ihre große Passion.

Försterei Mollenfelde: 80 Prozent Naturschutzgebiet

Nach dem Studium absolvierte Schmidt, die heute in Oberrieden wohnt, ihren Vorbereitungsdienst bei Hessenforst im Revier Kaufungen. Anschließend wechselte sie nach Niedersachsen ins Forstamt Münden, wo sie zunächst als flexible Revierleiterin arbeitete, ehe sie im vergangenen Jahr die Försterei Mollenfelde übernahm.

Ein anspruchsvolles, aber auch sehr spannendes Revier sei es, sagt Schmidt. Das besondere und auch der Grund für den Neuzuschnitt der Reviere: Rund 80 Prozent des von ihr betreuten Waldes sind Naturschutzgebiete, vor allem die Flora-Fauna-Habitatgebiete. Diese Wälder erfordern ein besonderes Vorgehen, etwa beim Holzeinschlag oder der Pflege von jungen Kulturen, die meisten Arbeiten im Wald sind von März bis August mit Rücksicht auf die Natur tabu. Auch die zahlreichen Brennholzselbstwerber, die in den vielfältigen Mischwäldern ihr Holz machen würden, seien von diesen Einschränkungen zum Schutz der Natur betroffen. In der neu zugeschnittenen Försterei Mollenfelde sind nun viele Naturschutzflächen im südlichen Forstamtsbereich gebündelt und damit auch die Kompetenz im Naturschutz.

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