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Tafel in Hann. Münden spürt steigende Nachfrage

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Von: Thomas Schlenz

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Gemüse, Obst, Backwaren und vieles mehr: Die Mündener Tafel bietet ihren Kunden eine große Auswahl an verschiedenen Lebensmitteln an. Aktuell erhalten dort 287 Menschen Unterstützung.
Die Zeiten von vollen Blechen bei der Tafel in Hann. Münden sind vorbei. Trotzdem kann die Versorgung sichergestellt. (Symbolbild) © Maurice Morth

Die Tafel in Hann. Münden registriert: Die Nachfrage nimmt zu und Unternehmen kalkulieren vorsichtiger. Bisher gebe es aber noch keine Probleme mit der Versorgung.

Hann. Münden – Die Auswirkungen der Energiekrise und des Ukrainekriegs bekommt auch die Hann. Mündener Tafel zu spüren. Dies wurde kürzlich bei einem Besuch der Grünen Abgeordneten im Europaparlament, Dr. Viola von Cramon-Taubadel, deutlich. Peter Martin erklärte der Grünen-Politikerin die aktuelle Situation infolge der gestiegenen Lebensmittelpreise.

„Wir spüren, dass bewusster kalkuliert wird“

Insbesondere Bäckereien gingen sorgsamer mit Lebensmittelresten um. „Wir spüren, dass bewusster kalkuliert wird“, sagte Martin. Früher habe die Tafel beispielsweise ganze Bleche mit Backwaren von den Mündener Bäckereien bekommen, diese Zeiten seien mittlerweile vorbei.

Dennoch habe die Tafel bislang keine großen Probleme, was die Versorgung mit Lebensmitteln anbelange. Klar sei aber auch, dass viele Unternehmen angesichts steigender Preise Reste vermieden: Was zur Tafel gehe, gehe für den Unternehmer letztlich auch zulasten des Gewinns. „Im Gegensatz zu einigen anderen Tafeln dürfen wir laut unserer Satzung auch nichts dazu kaufen“, erklärte Michael Martin.

Mittlerweile werde die Mündener Tafel auch von vielen Geflüchteten aus der Ukraine genutzt. 130 von ihnen hätten einen Berechtigungsausweis, dazu kämen 75 Rentner und 135 Empfänger von Arbeitslosengeld II (Hartz 4). Da die Nachfrage deutlich gestiegen sei, könne jeder Abholer nur noch an einem der beiden Ausgabetage pro Woche Lebensmittel abholen. Dass nun zusätzlich die Ukrainer versorgt werden müssten, löse bei einigen einheimischen Kunden deshalb nicht unbedingt Begeisterung aus.

„Aber es funktioniert. Die Tüten sind gut gefüllt“

„Aber es funktioniert. Die Tüten sind gut gefüllt“, betonen die Ehrenamtlichen der Tafel. Sie merkten zudem an, dass die Ukrainer von den Sozialämtern direkt an die Tafeln verwiesen würde und regten an, über andere Möglichkeiten für die Versorgung, etwa über Lebensmittelgutscheine, nachzudenken. Von Cramon-Taubadel erklärte, die Politik müsse in der Krise die Kaufkraft für die unteren Einkommensschichten erhöhen. Ein weiteres Problem, was die Tafel umtreibe, sei der fehlende Nachwuchs bei Ehrenamtlichen. (Thomas Schlenz)

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