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Viele Bedürftige: Tafel in Hann. Münden hat Notfall-Pläne

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Von: Jens Döll

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Helferinnen, für die Tafel im Einsatz: Birgit Nink (links) und Djemila Ritter beim Packen der Taschen im Scholl-Haus in Münden.
Helferinnen, für die Tafel im Einsatz: Birgit Nink (links) und Djemila Ritter beim Packen der Taschen im Scholl-Haus in Münden. Damals gab es noch reichlich Lebensmittel. (Archivfoto) © Jens Döll

Immer mehr Bedürftige nehmen die Tafel in Hann. Münden in Anspruch. Die bereitet sich auf den Mangel vor. Es gibt bereits Notfallpläne.

Hann. Münden – Die Tafel in Hann. Münden hat mehr zu tun. Steigende Lebensmittel-, aber auch Energiepreise führen dazu, dass mehr Menschen das Angebot im Mündener Geschwister-Scholl-Haus annehmen. Dazu kommen auch Geflüchtete aus der Ukraine.

Hann. Münden: mehr Andrang bei der Tafel

„Wir haben seit 21. März 40 neue Berechtigungskarten vergeben, das betrifft 90 Personen“, sagt Barbara Jankowski von der Mündener Tafel. Darunter etwa 20 Familien aus dem Kriegsgebiet.

Die Teuerungen in vielen Lebensbereichen betreffen besonders Menschen, die ein knappes Budget zur Verfügung haben, heißt es von ihr weiter. „Ein Drittel des Einkommens werden in etwa für Nahrungsmittel ausgegeben, bei den Hartz-4-Sätzen bleibt nicht viel, wenn alles teurer wird“, so Jankowski. Von einer Besserung geht sie in nächster Zeit nicht aus. „Ich denke, das ist erst die Spitze des Eisbergs“, fügt Jankowski hinzu. An zwei Terminen in der Woche, montags und donnerstags, werden am Geschwister-Scholl-Haus Lebensmittel verteilt. „Wir haben ein tolles Team“, lobt Jankowski die Ehrenamtlichen. Allerdings werde die Arbeit für diese auch mehr, es heiße nun „immer mal eine Stunde mehr Ehrenamt“.

Planbarkeit oft nicht gegeben

Es sei momentan noch möglich, den Bedarf zu decken. Das Problem sei aber, dass nie vorhergesagt werden könne, wie viele Lebensmittel „rein kommen“. Dafür arbeitet die Mündener Tafel mit Lebensmittelmärkten, Tankstellen und Bäckereien in Münden, Scheden und Reinhardshagen zusammen. Um die Ausgabe coronakonform zu gestalten, gibt es blaue und gelbe Karten. Montags sind zuerst die Inhaber der blauen Karte dran, danach die mit der gelben. Donnerstags ist es umgekehrt. Falls es zu wenig Lebensmittel geben sollte, werde überlegt, montags alle die mit einer blauen und donnerstags alle die mit einer gelben Karte zu versorgen. Dies sei aber nur eine Überlegung für die Not, so Jankowski.

Die Coronaregeln werden weiter eingehalten. Für die Kunden werden Taschen gepackt, die dann übergeben werden. Gewartet wird im Innenhof des Scholl-Hauses. Es gilt weiter Maskenpflicht. (Jens Döll)

Spendenaktion

Die Tafel in Hann. Münden hatte am Mittwoch (13.04.2022) zu einer Spendenaktion ins Geschwister-Scholl-Haus eingeladen. Hintergrund ist der große Andrang an neuen Bedürftigen, der die Kapazitäten der Ehrenamtlichen strapaziert. Um die Lager wieder Aufzufüllen, waren die Mündener aufgerufen, Lebensmittel zu spenden.

„Neben Konserven, Kaffee, Nudeln gab es auch viele Ostersüßigkeiten, zum Beispiel eine ganze Palette Osterhasen. Diese konnten noch am Donnerstag bei der Ausgabe pünktlich vor Ostern verteilt werden“, berichtet Barbara Jankowksi von der Mündener Tafel. Nicht nur Einwohner Hann. Mündens, sondern auch aus den umliegenden Ortschaften, seien dem Spendenaufruf gefolgt. „So können wir, wenn es bei der wachsenden Anzahl von Kundinnen und Kunden mal knapp mit der Ware wird, Nachschub aus dem Lager holen“, heißt es von Jankowski weiter.

Zahlreiche Tafeln haben Probleme mit einem Mangel an Lebensmitteln oder dem großen Andrang an Bedürftigen. So in Stadt und Landkreis Kassel und in Göttingen.

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