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Tango Notturno zu Gast beim Mündener Kulturring

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Von: Hans-Peter Niesen

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Ensemble Tango Notturno im Rittersaal Hann. Münden
Das Ensemble Tango Notturno trat im Rittersaal auf: Julia Reingardt (von links), Christiane Winning, Katharina Schmidt-Hurtienne und Stefan Zeitler spielten Musik aus drei Jahrzehnten. © Hans-Peter Niesen

Das Ensemble Tango Notturno ist am Samstag, 26.02.2022, als Gast des Mündener Kulturrings im Welfenschloss Hann. Münden aufgetreten. Christiane Winning, Katharina Schmidt-Hurtienne, Stefan Zeitler und Julia Reingardt spielten Musik der 1920er-, 1930er- und 1940er-Jahre.

Hann. Münden – „Haben Sie schon mal im Dunkeln geküsst?“ Nicht nur dieser Schlager von Evelyn Künneke aus dem Jahr 1942 ließ die Herzen der Zuschauer im gut gefüllten Rittersaal des Welfenschlosses höherschlagen, sondern auch viele andere aus den 1920er, 1930er und 1940er Jahren, mit denen das Kasseler Ensemble Tango Notturno die Ohren verwöhnte.

Eigentlich sollten die vier Musiker und Musikerinnen schon zum 75-jährigen Bestehen des Mündener Kulturrings im vergangenen Jahr auftreten, speziell mit Songs aus den 1940er-Jahren, erinnerte Kulturrings-Vorsitzende Brunhilde Ulbricht in ihrer Begrüßung. Doch da machte der Coronavirus einen Strich durch die Rechnung. Jetzt war es soweit: Christiane Winning (Sopran), die für Claudia Riemann eingesprungen war, Katharina Schmidt-Hurtienne (Violine), Stefan Zeitler (Saxophon, Klarinette) und Julia Reingardt (Flügel) traten endlich auf. Zudem hatten sie ihr Programm um Titel aus zwei weiteren Jahrzehnten erweitert.

Vornehmlich spielten sie Hits aus dieser Zeit, wie eben jenen Künneke-Ohrwurm, geschrieben von Michael Jary und Hans Fritz Beckmann, in dem die Sängerin mit wenigen Worten so wunderbar den Zauber der Liebe beschreibt: „Wenn man wirklich einmal alles vergisst, das ist ein Blick ins Himmelreich.“ Überhaupt die Liebe spielte eine große Rolle in den Schlagern des Ensembles, das seinen Namen nach dem gleichnamigen Melodram aus dem Jahr 1937 mit Pola Negri in der Hauptrolle gewählt hat. Der gleichnamige Titelsong daraus gehörte natürlich ebenfalls zum Repertoire.

So schlängelte sich das Programm durch die Jahrzehnte. Immer wieder freute sich das Publikum, wenn es Stücke schon nach den ersten Tönen erkannte. So etwa „Ich bin die fesche Lola“ und – instrumental gespielt – „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ aus dem Film „Der blaue Engel“ oder „Lili Marleen“, das 1939 durch Alle Andersen zum internationalen Lied von Soldaten wurde. Bravo-Rufe gab es für den Csardas von Violinistin Katharina Schmidt-Hurtienne, den sie mit einer akrobatischen Fingerfertigkeit und einem ungeheuren Tempo zu einem Tanz auf den Saiten machte. Weiterer Song der damals beliebten Melodien aus dem folkloristischen Ungarn war „Die Juliska aus Budapest“ aus der Operette „Maske in Blau“.

So verging die Zeit wie im Flug, eine kleine Auszeit angesichts der „prekären Weltlage“, wie es Brunhilde Ulbricht nannte. Vielleicht gab es auch deshalb als erste Zugabe „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ aus dem UFA-Film „Ein blonder Traum“ von 1932.

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