Weitere Live-Übertragungen geplant

Tannhäuser-Premiere im Kino in Hann. Münden kam gut an

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Live-Erlebnis: Knapp 40 Wagner-Fans schauten sich das Spektakel an. 

Ein starker Kino-Abend: 40 Wagner-Fans haben in den Hann. Mündener Schiller-Lichtspielen live die Bayreuther Premiere des Tannhäuser miterlebt – ausgestattet mit ganz viel Wasser.

In den bequemen, zum Lümmeln einladenden Sesseln vor der Leinwand mit der beeindruckend klingenden 5.1 Dolby-Surround-Tonanlage war von der brütenden Hitze in den Straßen nichts zu spüren. Auch ohne Klimaanlage zeigte das Thermometer von Kino-Geschäftsführer Ulrich Tolksdorf nur moderate 24 Grad Celsius an.

Beste Bedingungen also für die Fans, um sich auf die Dresdner Fassung des Tannhäuser einzulassen, zumal Ulrich Tolksdorf seine Technik für die Übertragung noch mit einer 120-Zentimeter-durchmessenden Satellitenschlüssel aufgerüstet hatte, um den Zuschauern ungetrübten Wagner-Genuss zu ermöglichen. Organisiert hatte er die Veranstaltung zusammen mit dem Mündener Kulturring. 

Die Hann. Mündener Kino-Besucher befanden sich dabei in europaweiter Gesellschaft. Die beiden Forst-Studenten Jonas Mex (28) und Sebastian Kögel (23) waren extra aus Göttingen nach Hann. Münden gefahren, um sich dieses Erlebnis zu gönnen.

Sebastian Kögel 

„Es gibt nur wenige Kinos, die die Möglichkeit bieten, Wagners zeitlose Musik zu erleben“, war Jonas Mex ganz begeistert von diesem Angebot. Auch sein Kommilitone Sebastian Kögel freute sich, selbst wenn er sympathisch offen bekannte: „Wenn ich ehrlich bin, bin ich heute nur Mitläufer.“

Jonas Mex

Als Erster stand Joachim Block am Ticket-Schalter von Ulrich Tolksdorf. Er gönnte sich das typische „Kinobesteck“ aus Popcorn und Coca-Cola und freute sich auf seine persönliche Premiere: „Das ist das erste Mal, dass ich mir eine Wagner-Oper anhöre.“

Joachim Block

Punkt 18 Uhr lief die Übertragung an, zwei Stunden später als die Premiere in Bayreuth, wo Wagner das berühmte Festspielhaus hatte errichten lassen. Dort waren wie immer zahlreiche Prominente zu Gast, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel.

„Die langen Pausen in Bayreuth, um Sängern und Musikern Erholungszeiten zu geben, müssen wir hier im Kino nicht mitmachen“, sagte Tolksdorf. Der Zeitverzug wurde dann aufgeholt, bis es nach über vier Stunden zeitgleich zum großen Finale im dritten Aufzug kam.

Ulrich Tolksdorf 

Für Bayreuth waren es bereits die 108. Festspiele seit 1876, für die Hann. Mündener Schiller-Lichtspiele war es die erste Kino-Übertragung einer Oper überhaupt. Weitere Opern-Übertragungen werden folgen: „Definitiv. Die Zuschauer waren begeistert“, freute sich Ulrich Tolksdorf über den gelungenen Kino-Abend.

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