65-Jähriger ist der Polizei bekannt

Tatort Tankstelle Hedemünden: Schlag gegen den Kehlkopf

Schlag gegen den Kehlkopf: Diese Szene wurde am Donnerstagnachmittag nachgestellt. Foto:  Welch

Hedemünden/Oberode. Angst kannte Angela Degenhardt bislang nicht. Das ist jetzt anders. Die Stationsleiterin der Tankstelle in Hedemünden wurde am Arbeitsplatz angegriffen.

Mit einer Faust hatte der Angreifer gegen ihren Kehlkopf geschlagen. Das bestätigen Zeugen. Die 37-Jährige aus Ziegenhagen hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet, die Polizei hat Kenntnis von diesem Fall und ermittelt gegen einen 65-Jährigen aus einer Fachpflegeeinrichtung in Oberode.

Gegen 6.30 Uhr, schildert das Opfer, wollte ein Mann fünf Pfandbüchsen zurückbringen und mit dem Geld eine neue Dose Bier mitnehmen. Weil aber zwei der Dosen so zerdellt gewesen seien, „konnte ich die nicht einscannen und dem Mann dafür kein Pfand zurückgeben“. Das ärgerte den Mann offenbar. „Er hatte die volle Büchse in der Hand und wollte die vor der Tür wegwerfen“, berichtet Angela Degenhardt: „Ich wollte das verhindern, denn draußen standen Kunden, und die sollten nicht verletzt werden.“

Bei dem anschließenden Gerangel habe der Mann mit einem Radio, das er in einer Hand hatte, die Stationsleiterin schlagen wollen, so Zeugen. Degenhardt: „Er wollte mir das Radio um die Ohren hauen.“ Das passierte nicht, „ich wehrte das ab, aber er hat plötzlich mit der Faust zugeschlagen und meinen Kehlkopf getroffen“.

Benommen torkelte sie in eine Ecke und rang nach Luft, schildert eine Augenzeugin. „Ich dachte, durch die Wucht des Schlages fliegt mir der Kopf weg“, sagt Angela Degenhardt. Sie ließ sich anschließend zu ihrem Hausarzt nach Witzenhausen bringen, „der hat eine Prellung am Kehlkopf festgestellt, Probleme an einem Halswirbel und Abschürfungen an der rechten Hand“.

Die Polizei kam kurz nach dem Vorfall und hat den 65-Jährigen verhört. Der Mann, der polizeilich bekannt sei, wird sich vermutlich wegen räubersichen Diebstahls verantworten müssen, heißt es im Polizeikommissariat Hann. Münden. Der Anwalt von Angela Degenhardt, Mark Hannemann, nimmt sich der Sache an. „Wir werden auch eine Verletzung der Sorgfaltspflicht prüfen", sagt der Jurist.

Für eine Stellungnahme der Heimleitung war Donnerstagnachmittag in Oberode niemand zu erreichen. Hedemündens Ortsbürgermeister Udo Bethke kam am Donnerstag zur Tankstelle und sagte, dass das Verhalten mancher Personen aus dem Heim schon im Ortsrat behandelt wurde. Bethke: „Es gibt einige Hedemündener, die sehen das kritisch.“

Von Axel Welch

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