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Taubenhaus für Hann. Münden: Verein sieht Projekt vorerst als gescheitert

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Von: Petra Siebert

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Taubenschutz in Hann. Münden angestrebt: Ein Projekt will die Tiere schützen und ein Unterschlupf erreichten.
Taubenschutz in Hann. Münden angestrebt: Ein Projekt will die Tiere schützen und ein Unterschlupf erreichten. © Petra Siebert

Neue Sponsoren für Taubenhaus in Hann. Münden gesucht. Die Stadt Hann. Münden will nicht den benötigten Antrag auf Förderung stellen. „Der Verein sollte den Antrag selbst stellen“, so Bürgermeister Dannenberg (CDU).

Hann. Münden – Das Land Niedersachsen will den Bau und die Ausstattung von Taubenschlägen, die einer tierschutzgerechten Eindämmung der Stadttauben-Population dienen, fördern. Das wurde kürzlich bekannt. Für Jan Mücher, den Vorsitzenden des Vereins Göttinger Stadttauben, mit einer Arbeitsgruppe in Hann. Münden war das ein Signal, sich mit Bürgermeister Tobias Dannenberg in Verbindung zu setzen, um das bereits seit drei Jahren laufende Projekt Taubenhaus nun umzusetzen. Denn die Finanzierung würde ja mit 80 Prozent der Gesamtsumme bis zu 15 000 Euro vom Land übernommen.

Hann. Münden: Förderer für Taubenhaus in der Stadt gesucht

Mücher hatte sich das, ähnlich wie in Göttingen, vorgestellt, dass die Stadt als Eigentümer auftritt und der Verein mit der Stadt einen Nutzungsvertrag abschließt. Dieser solle den Inhalt haben, dass der Verein für Kosten und Arbeitsstunden aufkommt und die Haftung übernimmt. Deshalb fragte er den Bürgermeister, ob die Stadt bereit sei, den Förderantrag zu stellen. Doch das lehnte Tobias Dannenberg nach Darstellung von Mücher ab, weil es zum einen personell nicht geleistet werden kann, und zum anderen bestünden Bedenken, sich drei Jahre verpflichten zu müssen, für das Stadttaubenmanagement Verantwortung zu übernehmen. Kommunalverwaltungen und Tierschutzorganisationen haben die Möglichkeit, bis zum 1. Oktober einen Antrag auf Kostenübernahme für die Errichtung und Ausstattung eines Taubenschlages zu stellen, der dem Zweck der Populationskontrolle dient.

„Wir würden den Antrag gerne selber stellen“; sagt Jan Mücher. Doch dazu müsse die Stadt, wie inhaltlich im Ratsbeschluss vorhanden, dies positiv begleiten. Unter positiver Begleitung verstehe er nicht nur einen Platz zur Verfügung zu stellen, sondern auch den Vorstand an die Hand zu nehmen, und einige grundsätzliche Gegebenheiten klären, unter anderem, wie soll die Müllentsorgung vonstattengehen, was bedeute überhaupt Verkehrssicherungspflicht bei so einem Objekt, was müsse da beachtet werden, welche Richtlinien sind da vorgegeben. Das könne nur die Stadt und kein Verein leisten.

„Für so ein Projekt braucht man eine Stadt, die Bock hat“

„Der Verein sollte den Antrag selbst stellen, da der Antragsteller als Betreiber für das Taubenhaus verantwortlich zeichnet und sich damit über einen Zeitraum von drei Jahren dazu verpflichtet, für die Fütterung der Tiere zu sorgen. Das kann die Stadt nicht leisten“, sagte dazu Dannenberg. Es gebe einen Ratsbeschluss bezüglich des Taubenhauses, dass die Stadt einen Standort für dieses suche, das sei bereits geschehen. „Darüber hinaus wird die Stadt das Projekt laut Beschluss positiv begleiten. Es dürfen der Stadt dabei aber keine weiteren Aufwendungen entstehen“, machte Dannenberg deutlich. Mücher sieht das Taubenhaus in Zusammenarbeit mit der Stadt als vorerst gescheitert an. „Für so ein Projekt braucht man eine Stadt, die Bock hat“, meinte er. Nun müsse der Verein neue Ideen und Möglichkeiten finden sowie neue Strategien entwickeln. „Da werden 15 000 Euro auf einem Goldbrett serviert und die Stadt lehnt es aus besagten Gründen ab, dafür den Antrag zu stellen“, äußert sich Jan Mücher enttäuscht. Seit Jahren würde seitens der Stadt eine Hinhaltetechnik praktiziert, der Ball würde immer wieder an den Verein zurückgespielt.

„Nach dem erfolgreichen Benefizkonzert ist zu erkennen, dass auch seitens der Bevölkerung Zuspruch und großes Interesse am Taubenhaus und damit verbundenen der Weg, die Vögel aus der Stadt zu locken, besteht.“ Mücher, der Verein und die Arbeitsgruppe hoffen nun, einen Verein oder eine Institution zu finden, um das Projekt Taubenhaus zu realisieren und den Antrag zu stellen. (Petra Siebert)

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