Thorsten Schmook übernimmt Geschäft

Nach 33 Jahren: Ehepaar Thormeier übergibt Kiosk an Nachfolger

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Geben den Staffelstab weiter: Willi Thormeier (links) und seine Frau Barbara Thormeier, hier mit ihrem Enkelsohn Jayden, geben ihren Kiosk am 2. Januar in die Hände von Thorsten Schmook (rechts).

Hann. Münden. Seit 33 Jahren führt das Ehepaar Thormeier den Kiosk in der Langen Straße in Hann. Münden. Diese Ära geht nun zu Ende: Thorsten Schmook wird das Geschäft übernehmen. 

„Hier ist es schön warm, hier bleibe ich“, sagt der Senior, nachdem er den Kiosk von Barbara und Willi Thormeier in der Langen Straße in Hann. Münden betreten hat. Der Kunde, der auf den Rollator angewiesen ist, kauft regelmäßig seine Zeitungen und Zeitschriften bei den Thormeiers. Und bald bei Thorsten Schmook, der das Geschäft ab 2. Januar übernimmt. 

Links die Zeitungen und Zeitschriften, rechts die Tabakwaren und vor Kopf die Toto-Lotto-Annahmestelle – so ist der Kiosk von innen aufgeteilt. Dieser ist aber mehr als ein Verkaufsraum, er ist Treffpunkt zum Austausch von Neuigkeiten und zum Fachsimpeln über Fußball oder Handball. Willi Thormeier ist nämlich begeisterter Handballer, die TG Münden liegt ihm am Herzen.

Fester Kundenstamm

Der 68-jährige Willi Thormeier und seine 65-jährige Frau Barbara Thormeier haben in den 33 Jahren, in denen sie das Geschäft betrieben haben, ihre festen Stamm an Kunden. Die kaufen morgens ihre Zeitung oder Zigaretten oder geben den Lotto- oder Totoschein ab – in der Hoffnung auf den großen Gewinn. Da wird dann auch schon mal geflachst. So wenn Barbara Thormeier den Kunden, der zehn Euro beim Lotto gewonnen hat, fragt, was er denn mit dem plötzlichen Reichtum anfangen wolle. „Ein Kaffee ist drin“, antwortet der Mann schlagfertig.

Vertrauen in Kundschaft

Bei den Kioskbesitzern gehören ein kleiner Plausch, ein paar persönliche nette Worte einfach dazu. Und die Thormeiers haben auch Vertrauen zur Kundschaft. Kunde Erich Rubas, ein gebürtiger Wiener, der seit 28 Jahren in Hann. Münden lebt, erinnert sich an seine Anfangszeit in der Dreiflüssestadt.

Er sei eine Woche nach seiner Ankunft in Münden in den Kiosk gegangen und habe eine Stange Zigaretten kaufen wollen. Ach herrje, so stellte der Österreicher fest, er hatte gar kein Geld dabei. Willi Thormeier habe ihm die Stange Glimmstengel dennoch mitgegeben und gesagt, er könne die Zigaretten später bezahlen. Am nächsten Tag kam Erich Rubas in den Kiosk und beglich seine Schulden.

Thorsten Schmook, der den Kiosk übernehmen wird, will die Tradition beibehalten. Der Kaufmann gibt sein Fotogeschäft, das er 23 Jahre selbstständig geführt hat, auf, weil es in Zeiten des Onlinehandels zu schwer geworden ist, zu überleben. Schmook, der den Mündenern auch als Stadtführer ein Begriff ist, will den Kiosk im Sinne der Kunden weiterführen und den Service, den sie von den Thormeiers gewohnt sind, beibehalten.

Erbstück

Zur Tradition gehört auch ein Erbstück von Oma Bertermann; die Bertermanns hatten am 15. Oktober 1955 den Kiosk gegründet. Das Erbstück ist ein Stuhl, der am Eingang rechts steht und auf den sich Kunden, die sich mal einen Moment ausruhen wollen, hinsetzen können.

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