Bilanz 2020

Tierschützer in Hann. Münden nehmen zunehmend verwahrloste Tiere auf: Verein fordert Verordnung

Minischwein Moses freut sich über seine Leibspeise Weintrauben. Dafür klettert er sogar der Volontärin aufs Knie.
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Minischwein Moses freut sich über seine Leibspeise Weintrauben. Das Tier wurde im August 2020 ausgesetzt und dann gerettet.

Tierschutz geht auch während Corona weiter. Der Tierschutzverein Hann. Münden zieht Bilanz für 2020 und zeigt auf, was den Mitgliedern Sorgen bereitet.

Hann. Münden – „Tierschutzarbeit hört trotz Corona nicht auf“, schreibt die erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Hann. Münden, Nicole Herthum, in einem Jahresrückblick. Für 2020 meldet der Verein 44 Fundtiere.

Hann. Münden: Fundkatzen oft in schlechtem Zustand

Auffällig sei bei den Katzen, dass sie zunehmend in einem schlechten Zustand gefunden werden. Daraus schließen die Ehrenamtlichen, dass die Besitzer sich nicht mehr um ihre Haustiere kümmern konnten oder wollten. „Die nach wie vor hohe Zahl an Fundkatzen bestärkt uns in der Forderung, eine Katzenschutzverordnung für alle Kommunen zu bekommen“, so Herthum. Diese enthalte unter anderem eine Chippflicht, sodass gefundene Katzen ihren Haltern zugeordnet werden können. Zudem sei die Kastration von Freigängern darin vorgesehen.

„Es ist für uns in der heutigen Zeit immer noch nicht nachvollziehbar, dass sich Leute vor der Anschaffung eines Tieres nicht über die Verantwortung und den Aufwand bewusst sind“, so Herthum weiter. Wünschenswert wäre, Ökologie und Tierhaltung in den Schulunterricht aufzunehmen.

Minischwein Moses: Im August 2020 ausgesetzt

Beispielhaft führt sie den Fund des Minischweins Moses an den Schedener Klusteichen im August an. „Wir sind uns sicher, dass dieses Schwein von jemandem unbedacht angeschafft worden ist und derjenige mit der Haltung überfordert war.“ Das Schwein lebt heute mit Artgenossen in Hemeln.

Anfang 2020 wurden zudem zwei Rassekatzen im Wald in einem schlechten Zustand gefunden. Rassebedingt sei letztere Katze bis heute nicht gesund. „Die Nachfrage bestimmt den Markt und solange es Menschen gibt, die dieses Tier haben möchten, wird es weiterhin Qualzüchtungen geben.“

„Hoher finanzieller und betreuungsintensiver Aufwand“

Wenn Fundtiere dem Verein gemeldet werden, sorgt dieser für eine tierärztliche Betreuung, pflegt die Tiere gesund und vermittelt sie, „oft unter einem hohen finanziellen und betreuungsintensivem Aufwand“. Im Coronajahr habe sich der Verein über besonders viele Spenden freuen können. Das Geld sei jedoch sofort wieder in die Arbeit geflossen. (Kim Henneking)

Tipps um den geliebten Hund sicher von A nach B zu bringen, hat die Polizei Göttingen gegeben.

Kontakt und Spenden

Von 44 Fundtieren gingen 20 zurück an die Besitzer. Für 24 wurde ein neues Zuhause gesucht: drei Kaninchen, eine Schildkröte, ein Nymphensittich, ein Schwein und 19 Katzen. Der Verein ist auf Spenden angewiesen. Geldspenden an IBAN: DE32 2605 0001 0000 0250 15, Futter- und Sachspenden werden im Hit-Markt, Edeka Daube und Fressnapf gesammelt. Pflegestellen werden gesucht. Kontakt: Tel. 01 59/ 01 50 36 90, E-Mail: info@tierschutzverein-hmue.de

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