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Tierschützer sammeln Spenden für Taubenschlag in Hann. Münden

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Von: Petra Siebert

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Im Forstbotanischen Garten: Bettina Kallausch (an der Harfe) und Marie Anne Langefeld (am Pult).
Im Forstbotanischen Garten: Bettina Kallausch (an der Harfe) und Marie Anne Langefeld (am Pult) vermittelten mit Musik und Text, dass Tauben über Kulturgrenzen hinweg als Symbol für Liebe und Frieden gelten. Das Bild im Hintergrund hat die Künstlerin Ilona Nolte gemalt. © Petra Siebert

Ein Benefizkonzert zu Gunsten eines Taubenhauses in Hann. Münden erfreute mehr als 30 Besucher am Samstag (13.08.2022) im Forstbotanischen Garten.

Bettina Kallausch vom Klanghaus spielte Stücke auf der Harfe und der Gemshornflöte, Marie Anne Langefeld trug Literarisches im Zusammenhang mit Tauben vor. Der Verein Göttinger Stadttauben mit einer Arbeitsgruppe in Hann. Münden stand hinter der Aktion.

Die Leserin trug einfühlsame Texte vor. Quer durch die Kulturen gilt die Taube als Sinnbild des Friedens, der Unschuld und der Treue. Schon Aphrodite, die Göttin der Liebe in der griechischen Mythologie, schlüpfte aus einem Ei, das von einer Taube ausgebrütet wurde. Im Alten Testament verkündet die Taube als Hoffnungssymbol das Ende der Sintflut.

Marie Langefeld ging auf die Kulturgeschichte der Taube ein, wie Taube und Mensch zueinandergefunden haben. Die gemeinsame Geschichte von Taube und Mensch begann vor etwa 5000 Jahren. Damals lebte die Taube in Felsen an den Küsten des Atlantischen und Pazifischen Ozeans. Doch dann fingen Menschen an, dort Häuser zu bauen und Getreide anzupflanzen. Seitdem fühlen sich Tauben zu Menschen hingezogen. Der französische Schriftsteller Louis Aragon suchte ein Motiv für den ersten Kongress der Weltfriedensbewegung und wandte sich an seinen spanischen Freund Pablo Picasso. Aragon entschied sich für die weiße Taube, die zu großer Berühmtheit gelangte.

Auch als gefiederter Bote wurden die Tauben, die bis zu 160 Kilometer pro Stunde weit fliegen können, geschätzt. Außerdem haben sie eine hervorragende Orientierung und einen starken Trieb, in ihren Heimatschlag zurückzukehren.

Das Schmählied des österreichischen Sängers, Komponisten und Dichters Georg Kreisler „Tauben vergiften im Park“, wurde äußerst kritisch beäugt. Marie Anne Langefeld gelang es, die Besucher bis zum letzten Satz zu fesseln und auch über die Texte nachzudenken.

Zwischen den einzelnen Beiträgen spielte Bettina Kallausch auf der Gemshornflöte und entführte die Besucher in die zauberhafte Welt der Harfe. Mit Leidenschaft spielte sie dieses Instrument und öffnete so manches Herz der Besucher. Dazu war das Rauschen der Blätter im Wind zu hören, die Sonne blinzelte durch die hohen Bäume und im Hintergrund war wie bestellt das Gurren von Tauben zu hören – das war Lebensfreude pur. Großer Applaus und der Zuruf „die Beiden sind eine Bereicherung für Münden“, zeigten, dass das Benefizkonzert gefallen hat.

Evelyn Schimek von der Arbeitsgruppe Münden informierte die Besucher über den Verein und rief zum Mitmachen auf. Ein zehnjähriges Mädchen namens Eva, möchte sich in die regelmäßige Fütterung einbringen. „Ich mag Tiere und ich möchte, dass es den Tauben gut geht“, begründete sie ihren Entschluss. Ihre Mutter war damit einverstanden.

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