Heute ist Welttoilettentag

Die Toilette ist keine zweite Mülltonne

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Spülvorgang in einer Toilette: Die Klobecken sollen nicht als Abfallbehälter benutzt werden.

Durchschnittlich verbraucht jeder Einwohner Deutschlands pro Tag 35 Liter Trinkwasser durch Betätigung der Toilettenspülung. Jährlich ergibt das eine Wassermenge von knapp 13.000 Litern pro Person.

Anlässlich des heutigen Welttoilettentages zeigen wir anhand einiger Beispiele, welche Auswirkungen damit im Altkreis Hann. Münden verbunden sind. Die nachfolgenden Angaben stammen von der Stadtentwässerung Hann. Münden und dem Wasserverband Peine, der in Staufenberg und Dransfeld die Abwässer reinigt.

Die Abwassermengen im Altkreis Hann. Münden, die verarbeitet werden müssen, sind gewaltig: In der Zentralkläranlage Münden sind es jährlich rund 1,6 Millionen Kubikmeter, in Hedemünden 148 000 Kubikmeter, in Glashütte 3400 und in Bursfelde 4100 Kubikmeter Abwasser. In der Gemeinde Staufenberg sind es 64 0000 Kubikmeter im vergangenen Jahr gewesen und in der Samtgemeinde Dransfeld 1,1 Millionen Kubikmeter. Diese Mengen durchlaufen einen dreistufigen Reinigungsprozess: Mechanisch mit Rechen, Sandfang und einer Vorklärung, biologisch mit einer Belebungsstufe und einer Nachklärung sowie chemisch mit der sogenannten Phosphatfällung, bei der dieser Pflanzennährstoff aus dem Wasser entfernt wird.

Das geklärte Wasser wird anschließend wieder in die Flüsse zurückgepumpt. Die anfallenden Klärschlamme, rund 1600 Tonnen in Hann. Münden, 125 Tonnen und Staufenberg und 108 Tonnen in Dransfeld, werden als Dünger in der Landwirtschaft verwertet, kompostiert oder thermisch verwertet. Die gesetzlichen Grenzwerte werden unterschritten. Die Belastung mit Schwermetallen ist gering.

Der Wasserverband Peine erwartet, dass die Reinigungsanforderungen weiter steigen werden. Er investiert – wie auch Münden – regelmäßig in den die Anlagen und das Kanalnetz, um sie auf einen aktuellen Stand zu halten. So werden in Dransfeld in diesem und nächsten Jahr 7,5 Millionen Euro investiert. In Hann. Münden werden 350 000 Euro für eine Klärschlammüberdachung verbaut. Geplant ist zudem eine Fotovoltaikanlage auf deren Dach.

Das Kanalisationsnetz, dessen Trennung in Regen- und Schmutzwassernetz beispielsweise in Staufenberg im Jahr 2000 und in Dransfeld 2008 vollzogen worden war, wird ebenfalls regelmäßig erneuert. Dazu werden unter anderem Kamerabefahrungen genutzt, mit dem die Rohrleitungen etwa auf Wurzeleinwachsungen oder Brüche untersucht werden.

All diese Maßnahmen schlagen sich natürlich auf die Gebühren nieder. Im Abwasserverband Peine steht dieses Thema wieder in der Verbandsversammlung im Dezember auf der Tagesordnung, in Hann. Münden wird darüber Ende nächsten Jahres diskutiert.

Hintergrund: Welttoilettentag seit 2001

Der 19. November eines jeden Jahres ist der Tag der kleinen und großen Geschäfte, der Welttoilettentag. Erstmals aufgerufen wurde er 2001 von der Welttoilettenorganisation. Mit diesem Tag möchte man vor allem auf die Hygiene von Sanitäreinrichtungen aufmerksam machen.

Durchschnittlich fünf Mal täglich sucht ein Erwachsener das stille Örtchen auf. Ohne die Klärung der Abwässer würde die Qualität des Trinkwassers leiden und die Ausbreitung von Bakterien und Viren und damit von Krankheiten gefördert.

Bei uns werden jährlich Millionen Euro für saubere Abwässer investiert: In Dransfeld etwa werden in diesem Jahr zwei Millionen Euro in die Ertüchtigung der Phosphatfällung gesteckt und 2019 5,5 Millionen Euro in die Sanierung der Klärbecken.

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