Verkehrssicherheit

Toter Winkel: Verkehrswacht informiert über Gefahr neben Lkw

Eine gelbe Markierung kennzeichnet den Toten Winkel neben einem Lkw. Darin stehen acht Menschen
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Toter Winkel: Klaus Ulbricht (links) und Manfred Kölsch (rechts) von der Verkehrswacht Münden zeigen jungen Besuchern des Aktionstages den Bereich, in dem sie für einen LKW-Fahrer nicht zu sehen sind.

Beim Verkehrssicherheits-Aktionstag „Toter Winkel“ in Volkmarshausen informierte die Verkehrswacht Hann. Münden über Gefahren für Fußgänger und Fahrradfahrer neben Lkws.

Wie groß ist die Gefahr, dass mich ein Lkw-Fahrer übersieht, wenn ich als Fußgänger oder Fahrradfahrer an einer Ampel neben ihm stehe? Und wie verhalte ich mich richtig, wenn dieser Lkw auch noch rechts abbiegen will? Diese in vielen Fällen überlebenswichtige Frage stand im Mittelpunkt des Verkehrssicherheits-Aktionstags „Toter Winkel“, der am Samstag zahlreiche Interessierte auf das Gelände der Firmen Pethran und Zimmermann Fahrzeugbau sowie des DEKRA-Stützpunktes in Volkmarshausen lockte.

„Ich hätte nie gedacht, dass der tote Winkel in einem Lkw so groß ist“, sagte Benjamin Tetzer, nachdem er sich mit seiner Tochter Charlotte selbst hinter das Lenkrad eines Brummis gesetzt und einen Blick in den Außenspiegel geworfen hatte. Mit gelber Folie hatten Klaus Ulbricht und Manfred Kölsch von der Verkehrswacht Münden den mehrere Meter langen und dreieckig verlaufenden Bereich rechts neben dem parkenden Lkw markiert, der durch den Außenspiegel nicht einsehbar ist und auf dem sich zu diesem Zeitpunkt gerade acht Personen aufhielten. „Da wird einem erst so richtig bewusst, wie gefährlich das tatsächlich ist“, meinte Tetzer.

Toter Winkel: Lkw-Fahrer sehen trotz Spiegel nichts

„Vor allem beim Rechtsabbiegen ereignen sich immer wieder schwere Verkehrsunfälle mit oftmals schlimmen Folgen für die schwächeren Verkehrsteilnehmer“, erläuterte Klaus Ulbricht. Vielen sei nicht bewusst, dass sie von einem Lkw-Fahrer nicht gesehen werden können. „Wie man hier selbst sieht, kann der Fahrer trotz großer Spiegel aus der eigenen Perspektive einfach nicht alles überblicken“, so Ulbricht.

Der „tote Winkel“, der sich nicht nur seitlich von Lkw und Bussen befinde, sondern auch davor und dahinter, verhindere oder vermindere die Reaktionsmöglichkeiten des Fahrers auf das Geschehen außerhalb seines Fahrzeugs. „Weil diese Kraftfahrzeuge aufgrund ihrer Größe und Konstruktion nur einen eingeschränkten Sichtradius bieten, besteht besonders bei Manövern im Bereich von Ampelanlagen und Kreuzungen ein erhöhtes Unfallrisiko“, so Ulbricht.

Im Lkw: Besucher erfahren Toten Winkel

Neben der Möglichkeit, sich in einem der vier bereitgestellten Lkw selbst einen Eindruck von der Sicht eines Brummifahrers zu verschaffen, wurden am Samstag unter anderem Filme zum Thema „Toter Winkel“ gezeigt und die neuesten Assistenzabbiegesysteme vorgestellt, die das Lkw-Fahren deutlich sicherer machen können.

Organisiert worden war der Aktionstag von Bürgermeisterkandidat Olaf Lieberum, dem das Thema als langjähriger Polizeibeamter selbst am Herzen liegt. Sein Dank ging an alle Beteiligten.

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