195 Tonnen schwere Bauteile

Schiff defekt: Transport nach Indien verzögert sich

Hann. Münden. Ein Transport von jeweils 195 Tonnen schweren Bauteile für eine Kohlevergasungsanlage in Indien verzögert sich. Grund ist ein Defekt am Transportschiff. 

Die zuständige Projektspedition Bohnet hat im Auftrag der Kasseler Firma Schmidtsche Schack, Arvos GmbH mit zwei Lkw zwei Dampfüberhitzer in der Nacht zu Sonntag von der Fertigungsstätte in Lohfelden nach Hann. Münden gebracht.

Das Transportschiff Keisar sollte eigentlich am heutigen Sonntag vom Weserhafen in Münden mit den beiden jeweils 195 Tonnen schweren Dampfüberhitzer Richtung Hamburg loslegen. 

Abweichende Messung

Artikel zuletzt aktualisiert um 14.05 Uhr

Der Grund für die Verzögerung liegt zum einen in einer abweichenden Messung bei der Achslastverteilung für den Schwertransport auf der Straße. Das erklärte der Prokurist der Projektspedition Bohnet, Ulrich Böhmer. Das Gewicht der Bauteile wurde bei der Messung für leichter befunden als es tatsächlich ist. Das heißt: Die Ladung war bei einem Wasserstand von ungefähr 1,35 Meter auf der Weser zu schwer für die MS Keisar. Wie es zu diesem Messfehler kam, konnte am Sonntag am Weserhafen nicht abschließend erläutert werden. 

Schaden am Schiff

Zudem ist bei der MS Keisar ein Schaden entstanden. Offenbar beim Wenden in der Nähe des Wesersteins ist ein Bugseil beschädigt worden, sagte Maren Anacker, Projektmanagerin der Firma Schmidtsche Schack, Arvos GmbH. Dieser Defekt muss behoben werden, deswegen kann derzeit nicht genau gesagt werden, wann die MS Keisar auslaufen kann. Anacker betont, dass ihre Firma die richtigen Gewichte der Bauteile angegeben hat. 

100 Schaulustige vor Ort 

Etwa 100 Schaulustige verfolgten die Verladung vom Rande der Bundesstraße 80 aus. Einer der beiden Dampfüberhitzer wurde auf das Schiff gehoben. Unklar war am Sonntag, ob nun ein weiteres Transportschiff nach Münden kommen muss, oder ob die reparierte Keisar bei einem höheren Wasserstand mit beiden Teilen loslegen kann. Jiri Cemus vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) Hann.Münden sagte, dass für den Transport beider Teile ein Wasserstand von circa 1,80 Meter notwendig sei. Diese Menge derzeit aus dem Edersee ablaufen zu lassen, sei nicht zu verantworten. Ab Mitte nächster Woche könnte es regnen und der Wasserstand steigen. Das WSA hat die Abgabe des Wassers aus dem Edersee wieder gedrosselt, nachdem bekannt wurde, dass der Transport beider Bauteile nicht wie geplant ablaufen kann.

Für Kohlevergasungsanlage

Die jeweils 195 Tonnen schweren Bauteile sind für eine Kohlevergasungsanlage in Indien bestimmt. Zwei 400-Tonnen-Krane der niederländischen Firma Wagenborg Nedlift werden die Dampfüberhitzer ins Schiff heben.

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Rubriklistenbild: © Welch

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