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Trauer um früheren Mündener Stadtdirektor Klaus-Peter Lütcke

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Von: Ekkehard Maass

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Vor dem Portal des Mündener Rathauses: Unser
Vor dem Portal des Mündener Rathauses: Unser Foto zeigt den ehemaligen Stadtdirektor Dr. Klaus-Peter Lütcke im Jahr 2002. © Axel Schmidt

Hann. Mündens langjähriger Stadtdirektor Klaus-Peter Lütcke ist mit 81 Jahren gestorben. Am Freitag ist die Beisetzung.

Hann.Münden – Dr. Klaus-Peter Lütcke war der letzte Stadtdirektor von Hann. Münden – der Stadt, in der er dreißig Jahre lang lebte. Von 1993 bis 2001 leitete der Diplom-Volkswirt die städtische Verwaltung. Jetzt ist er im Alter von 81 Jahren in Erlangen gestorben. Dort hatte er zuletzt mit seiner Frau gelebt. Lütcke war vor zweieinhalb Jahren an Parkinson erkrankt und seine Familie hatte in Erlangen, wo auch sein Sohn lebt, einen Pflegeplatz gefunden.

Hann. Münden verließ Lütcke zusammen mit seiner Frau 2010, um nach Lindau am Bodensee zu ziehen. Dort hatten sich die beiden kennengelernt.

Lütckes Ära in Hann. Münden begann 1980. Damals stellte die Stadt den Diplom-Volkswirt als Finanz- und Wirtschaftsdezernenten ein. Später stieg Lütcke zum Kämmerer und Stellvertreter des damaligen Stadtdirektors Karl-Wilhelm Lange auf, dem er 1993 im Amt nachfolgte.

Der 39-jährige Vater eines Sohnes und einer Tochter kam als ausgewiesener Experte in die Dreiflüssestadt. An der Universität Tübingen hatte er bereits Lehraufträge zu Themen wie „Das kommunale Finanz- und Haushaltswesen“.

Geboren wurde Lütcke 1941 in Schleswig. Dort wuchs er auf und machte 1961 Abitur. Von 1962 bis 1967 studierte er in Tübingen und München Wirtschaftswissenschaften. Das Studium schloss er mit dem Diplom ab. 1980 folgte die Promotion. Von 1973 bis 1980 war Lütcke zudem Geschäftsführer des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Tübingen. Auch kommunalpolitisch war er in Tübingen aktiv. Von 1971 bis 1980 war Lütcke für die SPD, der er seit 1968 angehörte, Mitglied des Tübinger Rates – mehrere Jahre als Vorsitzender der SPD-Fraktion.

In Hann. Münden endete seine politische Laufbahn abrupt. Lütcke wäre gerne erster hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt geworden. Das war damals auch sein erklärtes Ziel, als in Niedersachsen der Wechsel von der Rats- zur Bürgermeisterverfassung vollzogen wurde. Er forcierte es sogar, unterlag aber 2001 in der Stichwahl Klaus Burhenne, dem Kandidaten der CDU. In einem rückblickenden Artikel unserer Zeitung hieß es 2002: „Bis Ende Januar 2004 hätte der damalige Stadtdirektor Dr. Klaus-Peter Lütcke noch im Amt bleiben können. Doch er wollte als letzter Stadtdirektor und erster hauptamtlicher Bürgermeister in die Geschichte der Stadt eingehen. Er ließ sich vorzeitig vom Rat abwählen, um sich von den Wählern ein neues Mandat zu holen.

Bei der entscheidenden Stichwahl im September 2001 gaben dem SPD-Mann nur noch 46,3 Prozent der Wähler ihre Stimme. Gegenkandidat Klaus Burhenne (CDU), der ein breites Oppositionsbündnis hinter sich hatte, holte überraschend 53,7 Prozent.“

Das Ende seiner Laufbahn im Mündener Rathaus bedeutete aber keinen kompletten Rückzug ins Private. Lütcke hatte weiterhin öffentliche Ämter inne. So war er unter anderem Vorstandsvorsitzender des Fördervereins für das Evangelische Vereinskrankenhaus (VKH), das später im heutigen Klinikum aufging. Zudem war er Vorsitzender des Aufsichtsrats des Gemeinnützigen Bauvereins und engagierte sich weiterhin im Hann. Mündener Verein für Städtepartnerschaften, den er auch mitgegründet hat.

Frank Stryga, seit 1999 Vorsitzender des Vereins, verweist besonders auf Lütckes Verdienste bei der Gründung der Partnerschaft mit Chelmno (Polen) und Holon (Israel). Lütcke habe als Kämmerer Fördermittel eingeworben und damit die Finanzierung sichergestellt und in Chelmno vor allem auch die der Jugendbegegnungsstätte. „Der Austausch hat Lütcke sehr am Herzen gelegen.“ Während der Expo initiierte er das erste Treffen mit Teilnehmern aus allen Partnerstädte, eine Art „Mini-Expo“ in Hann. Münden, so Stryga.

Wolfgang Senff, der damals für die SPD nicht nur im Rat der Stadt, sondern auch im Landtag saß, schildert Lütcke als zuverlässigen Partner, mit dem er gerne zusammengearbeitet habe. „Mit Lütcke konnte man Mündener Wünsche gut in Hannover durchsetzen.“

Lütcke habe Hann. Münden sowohl mit seiner Arbeit als Kämmerer, als auch als Stadtdirektor gut getan. Er habe sich auf breiter Fläche engagiert. Dazu zählt Senff auch das Expo-Projekt mit den Wasserspuren. Mit Kunst habe er in der Fachwerkstadt Hann. Münden neue Akzente setzen wollen.

Marga Bücker, Lütckes langjährige Sekretärin, lobt ihren ehemaligen Chef als stets freundlich, kollegial und entscheidungsfreudig.

Klaus-Peter Lütcke ist am 26. Oktober im Kreis seiner Familie gestorben. „Wir sind tieftraurig, aber dankbar, dass er ohne Schmerzen sterben konnte“, sagte seine Frau Ingeborg Lütcke im Gespräch mit unserer Zeitung.

Die Trauerfeier mit anschließender Urnenbeisetzung findet am morgigen Freitag, 11. November, ab 12 Uhr auf dem Zentralfriedhof in Erlangen statt.

Anstelle von Blumen bittet die Familie um Spenden zugunsten der Parkinson Stiftung. (Ekkehard Maass)

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