Blockflöte als Star

Trio "Wildes Holz" spielte in der Aegidienkirche

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Rockten mit ihren Holzinstrumenten: Djamel Laroussi (von links), Tobias Reisige und Markus Conrad alias „Wildes Holz“.

Beifallsstürme zum Finale: „Wildes Holz“ begeisterte in neuer Besetzung einmal mehr seine Fans in der Aegidienkirche in Hann. Münden.

Seit zehn Jahren kommt das Trio aus Essen nach Hann. Münden und begeistert sein Publikum mit Blockflötenmusik. Unter den Mündenern hat sich längst herumgesprochen, dass es nicht um eintönige Kammermusik geht. Blues, Rock, Jazz und sogar Metal-Töne erfüllten den Kirchenraum im Rahmen des DKKD-Festivals. Bereits eine Stunde vor Konzertbeginn gab es für etwa 80 Personen keinen Einlass mehr.

Mit Blockflöte, Kontrabass und Gitarre beeindruckten Tobias Reisige, Markus Conrad und Djamel Laroussi ihr Publikum vom ersten bis zum letzten Ton. 

War im letzten Jahr nach dem plötzlichen Tod von Bandmitglied und Mitgründer Anto Karaula unklar, ob und wie „Wildes Holz“ weitermachen würde, hat die Band nun mit ihrem algerischen, langjährigen Freund Djamel einen Gitarrist gefunden, der genauso herzlich und humorvoll ist wie die beiden anderen. Er spielte sich auf Anhieb in die Herzen der Zuschauer. 

Von der Blockflöte bis zur Knickblasflöte

Mit ihrem Programm „Höhen und Tiefen“ lag ein großer Schwerpunkt auf eigenen Kompositionen, die über die letzten Jahrzehnte entstanden waren und eben von Höhen und Tiefen erzählten. Die eigenen Stücke kamen bei dem Publikum genauso gut an, wie die Cover-Versionen von Kiss, A-Ha und Madonna.

Nicht nur das Zusammenspiel der Instrumente war einzigartig, auch die Spielweise. Tobias Reisige hatte zwölf Flöten dabei, von der Sopran- bis zur riesigen Knickblasflöte und sang sogar in den Luftschlitz der Blockflöte. 

Markus Conrads zupfte den Bass mal sanft, mal wild, klopfte das Holz oder wirbelte den Bogen über die Saiten. Spektakulär die Spielweise von Djamel Laroussi, der an der Kölner Musikhochschule studierte. Er spielt als Linkshänder eine Rechtshändergitarre mit umgekehrten Saitengriffen.

Einige Fans mussten draußen bleiben

Das Publikum erlebte drei exzellente Instrumentalisten, die mit ihrer Livemusik die Kirche rockten und die Besucher zum Mitmachen bewegten. Mit drei Zugaben und einer sensationellen Inszenierung des Titelsongs von „Titanic“ gespielt auf einer Fuchsschwanzsäge, verabschiedete sich „Wildes Holz“ von der Bühne.

Einen Wermutstropfen gab es dann aber doch: „Das nächste Mal bitte größere Räumlichkeiten wählen oder zwei Konzerte anbieten,“ so der Wunsch enttäuschter Fans ohne Einlass.

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