Moped aus Jugendtagen

Oldtimer-Moped: Hann. Mündener hat Triumph-Hercules 217 restauriert

Hercules-Triumph: Detlev Bornmann hat den Oldtimer restauriert
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Die fast neuwertigen Hercules-Triumph: Die Brille hat Detlev Bornmann noch von seinem Vater, die Haube bei den Oldtimerfreunden gekauft. So ist er früher gefahren.

Eine Triumph-Hercules 217 hat der Hann. Mündener Detlev Bornmann restauriert. Das selbe Model, das er als 16-Jähriger gefahren ist.

„Ich kann mich noch genau an meinen Geburtstag im Mai 1956 erinnern“, erzählt Detlev Bornmann. „Denn da wurde ich 16 Jahre alt und durfte endlich offiziell Moped fahren“. Erste Runden durfte er schon weit vorher auf dem Industriehof drehen, sein Vater Gustav Bornmann führte dort einen Kfz-Betrieb. Zu seinem Geburtstag bekam er ein Moped der Marke Triumph-Hercules 217 zur Verfügung gestellt, für Probe- und Werbefahrten.

Einen Führerschein und eine Versicherung benötigte man noch nicht, auch eine Helmpflicht gab es nicht. Der Vater verkaufte unter anderem motorisierte Zweiräder der Marken Heinkel, Horex, Triumph und Hercules. „Als Schüler habe ich dann ungefähr 20 Mopeds für die Firma meiner Eltern vermittelt. Schulkameraden, Freunde von Sport- und anderen Vereinen habe ich mit dem Hercules-Moped begeistern können“, schildert der heute 80-Jährige.

Suche nach dem Jugend-Moped begann vor 10 Jahren

So habe sich eine Hercules-Gruppe gebildet, gemeinsame Ausfahrten standen regelmäßig an. Nach zwei Jahren ging die Moped-Ära zu Ende, man fuhr dann Motorrad. Für ihn war es eine Triumph 125. Nun, nach 65 Jahren steht der gleiche Moped-Typ wieder in der Halle von Detlev Bornmann, fahrbereit und von Grund auf restauriert, im Kreis von ungefähr 20 Zweirädern verschiedener Marken. Detlev Bornmann hat eine Ausbildung im elterlichen Betrieb als Kfz-Mechaniker absolviert und seine Meisterprüfung abgelegt. Er führte den Betrieb bis 2003.

Die Begeisterung für das erste Moped und die tollen Erinnerungen waren so groß, dass vor zehn Jahren die Suche nach einer Hercules-Triumph 217 begann. Im Frühjahr 2019 war es dann so weit. In der Nähe von Koblenz stand das baugleiche Moped zum Verkauf. „Laut Internet-Angaben sollte es fahrbereit, mit Original-Papieren, komplett und unverbastelt sein“, berichtet Bornmann. Es habe sich recht gut angehört. Allerdings hätten sich bei der Besichtigung umfangreiche Schäden wie unter anderem fehlende Teile und ein miserabel laufender Motor herausgestellt. „Doch der Verkäufer und ich handelten und einigten uns. Das Moped wurde vor Ort demontiert und im Kofferraum verstaut“, so Bornmann.

Senior hat Moped von Grund auf restauriert

Unverzüglich begann er mit der kompletten Demontage. Alle Teile wurden gründlichst gereinigt, überprüft und katalogisiert. Als Ersatzteile-Träger wurden eine zweite Herkules und zwei Motoren dazu gekauft. Das war dringend erforderlich, da Einzelteile weder über das Internet noch über die Oldtimerfreunde „Hercules Interessenvereinigung“, der Bornmann angehört, zu beschaffen waren. So bediente er sich an dem Zweitmoped als Ersatzteillager. Alle Blechteile wurden sandgestrahlt, alles in Originalfarben lackiert und liniert. Rund 200 Stunden waren für diese Arbeiten erforderlich. „Hilfestellung gab mein Freund Hans, der viele Teile nachgefertigt und dazu beigetragen hat, das Moped original zu restaurieren“, betont Detlev Bornmann.

Nach zwei Jahren war es vor einigen Wochen so weit, dass die Hercules, fast neuwertig, fahrbereit zur Frühlingsausfahrt bereitstand. Die ersten 40 Kilometer hat sie bestens überstanden. So wie es das Wetter wieder erlaubt, stehen weitere Ausfahrten an.

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